Hallo zusammen, Alex hier. Selbstständig zu sein bedeutet Freiheit – aber auch Verantwortung. Und wenn dann das Leben passiert, zum Beispiel durch die Geburt eines Kindes, stellt sich für viele die Frage: Wie funktioniert das eigentlich mit der Finanzierung in der Elternzeit?
Ich habe das selbst erlebt. Plötzlich steht weniger Arbeitszeit zur Verfügung, das Einkommen sinkt oder fällt teilweise ganz weg, und gleichzeitig steigen die privaten Ausgaben. Aber das Business läuft weiter – irgendwie. Vielleicht sogar mit neuen Ideen, neuen Projekten, aber eben ohne das gewohnte finanzielle Polster.
In diesem Artikel zeige ich dir, welche Möglichkeiten du als selbstständige Mutter oder Vater hast, um in der Elternzeit trotzdem eine Finanzierung zu bekommen.
1. Elternzeit und Selbstständigkeit – passt das überhaupt zusammen?
Die gute Nachricht: Ja, du kannst Elternzeit beantragen und trotzdem selbstständig bleiben. Das geht zum Beispiel so:
- Du reduzierst deine Tätigkeit auf ein Mindestmaß
- Du nimmst keine neuen Projekte an, betreust aber bestehende Kunden
- Du pausierst teilweise und startest später wieder durch
Wichtig: Du musst deine Selbstständigkeit nicht komplett aufgeben, um Elterngeld zu bekommen. Es wird allerdings mit dem Einkommen verrechnet – also je mehr du verdienst, desto weniger Elterngeld bekommst du.
2. Finanzierung in der Elternzeit – warum ist das schwierig?
In der Praxis gibt es ein paar Stolpersteine:
- Dein Einkommen ist reduziert oder gar nicht vorhanden
- Du kannst keine aktuellen Umsatznachweise liefern
- Banken sehen dich als „nicht aktiv“ oder mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit
- Du hast weniger Zeit, dich um Finanzierungsfragen zu kümmern
Dazu kommt: Viele Förderprogramme setzen voraus, dass du aktiv im Geschäft bist – was in der Elternzeit nicht immer der Fall ist.
Aber keine Sorge – es gibt trotzdem Wege.
3. Diese Finanzierungen sind in der Elternzeit möglich
a) Ratenkredit über das Haushaltseinkommen
Wenn du privat oder gemeinsam mit deinem Partner einen Kredit aufnimmst, zählt euer gesamtes Haushaltsbudget – also Elterngeld, Partnereinkommen, Mieteinnahmen etc.
Vorteile:
- Keine Geschäftszahlen notwendig
- Planungssicherheit durch feste Raten
- Schnelle Beantragung
Wichtig: Klare Haushaltsrechnung beilegen – und offen kommunizieren, wie die Rückzahlung trotz Elternzeit funktionieren soll.
b) Mikrokredit für Selbstständige
Falls du in der Elternzeit dein Business vorbereiten oder weiterführen willst (zum Beispiel mit neuen Produkten oder Online-Projekten), ist ein Mikrokredit sinnvoll.
- 1.000 bis 25.000 Euro
- Auch für Teilzeitaktivität möglich
- Anbieter: Deutsches Mikrokreditinstitut, iwoca, auxmoney
Tipp: Zeig, dass du einen konkreten Plan hast – z.?B. einen kleinen Online-Shop aufbauen, Coaching-Angebot starten, neue Ausstattung kaufen.
c) KfW-Gründerkredit – auch für den Wiedereinstieg
Wenn du während der Elternzeit den Neustart oder Ausbau planst, kannst du einen KfW-Gründerkredit beantragen – zum Beispiel mit dem ERP-Gründerkredit StartGeld.
Bedingung:
- Du willst das Business wieder hochfahren
- Du planst mittelfristig den Wechsel in den Vollerwerb
- Du hast einen klaren Finanzbedarf
Vorteil: Günstige Zinsen, lange Laufzeiten und oft keine Sicherheiten nötig. Aber: Der Antrag läuft über eine Hausbank – du brauchst also einen guten Businessplan.
4. Alternativen zum klassischen Kredit in der Elternzeit
Leasing statt Kauf
Wenn du in Technik oder Ausstattung investieren willst, kann Leasing besser passen. Es belastet nicht deine Rücklagen und ist steuerlich absetzbar.
- Kleine, planbare Raten
- Kein Kapital auf einen Schlag notwendig
- Oft schneller als ein Bankkredit
Crowdfunding oder Vorverkauf
Falls du ein neues Produkt oder Projekt planst, kannst du es über Plattformen wie Startnext finanzieren. Das funktioniert besonders gut für:
- Bücher
- Kurse
- Kreative Angebote
- Digitale Tools
Vorteil: Du sammelst Geld ein, ohne dich zu verschulden – und testest gleichzeitig den Markt.
Förderungen für Wiedereinsteiger
In manchen Bundesländern gibt es Programme für Gründerinnen und Gründer, die nach der Elternzeit (wieder) durchstarten. Hier lohnt sich ein Blick auf:
- Gründungszuschüsse
- Beratungsförderungen
- Weiterbildungszuschüsse
Anlaufstellen sind zum Beispiel die IHK, die Gründerzentren oder das Jobcenter.
5. Worauf du achten solltest
- Gute Vorbereitung: Auch wenn du wenig Zeit hast – eine kurze, aber klare Beschreibung deiner finanziellen Situation ist Gold wert.
- Transparenz zeigen: Verheimliche nicht, dass du in Elternzeit bist – erkläre lieber, wie du die Rückzahlung trotzdem sicherstellst.
- Klein anfangen: Lieber ein kleiner, realistischer Kredit, den du stemmen kannst, als ein großer Betrag mit zu viel Risiko.
- Rücklagen prüfen: Manchmal ist es sinnvoller, vorhandenes Geld gezielt einzusetzen, statt sich zusätzlich zu verschulden.
6. Fazit: Auch in der Elternzeit kannst du finanzieren – wenn du es richtig angehst
Elternzeit bedeutet nicht Stillstand. Vielleicht arbeitest du weniger, aber du kannst trotzdem planen, investieren und sogar neu durchstarten.
Wichtig ist, dass du deine Situation realistisch einschätzt, gute Unterlagen vorbereitest und die passenden Finanzierungsformen auswählst. Ob Mikrokredit, privater Ratenkredit, Leasing oder Förderung – es gibt Wege, die auch in dieser besonderen Lebensphase funktionieren.
Ich weiß: Die Elternzeit ist anstrengend genug. Aber wenn du frühzeitig planst, kannst du danach mit klarem Kopf und einer soliden Basis weitermachen.
Hast du in der Elternzeit investiert oder dein Business neu aufgestellt? Ich freue mich auf den Austausch.