Selbstständig als IT-Dienstleister – So finanzierst du Technik, Tools und Wachstum

Hallo zusammen, Alex hier. Heute geht’s mal um eine Berufsgruppe, die vielleicht nicht mit dem Hammer, aber definitiv mit Power arbeitet: IT-Dienstleister, Webentwickler:innen, Software-Freelancer, Admins, IT-Berater:innen, DevOps, Datenbankprofis – kurz: die Leute, die alles am Laufen halten, was digital ist.
Viele dieser Selbstständigen starten allein – als Freelancer oder kleines Team – mit Laptop und Know-how. Aber spätestens, wenn du skalieren willst, brauchst du: bessere Technik, Lizenzen, Tools, vielleicht Mitarbeitende, Schulungen oder mal ein richtiges Büro. Und wie so oft: Das kostet.

Obwohl die IT-Branche grundsätzlich als zukunftssicher gilt, winken viele Banken trotzdem ab, wenn’s um Kredite für Einzelunternehmer:innen oder kleine Agenturen geht. Ich zeige dir heute, wie du als IT-Selbstständiger an eine Finanzierung kommst – und worauf du achten solltest.


1. Was macht IT-Dienstleister für Banken besonders?

Banken mögen Branchen mit „greifbaren“ Geschäftsmodellen. Ein Restaurant? Verstanden. Ein Malerbetrieb? Klar. Aber ein Typ, der „Cloud-Migrationen betreut“ oder „IT-Infrastruktur für KMU optimiert“? Da hakt’s oft schon beim Verständnis.

Was sie oft übersehen:

  • Die Margen sind häufig sehr gut
  • Der Bedarf an IT-Dienstleistungen wächst stetig
  • Projekte sind skalierbar – und oft langfristig angelegt
  • Das Geschäftsmodell ist krisensicherer als man denkt

Dein Job ist es, das alles verständlich zu erklären – in Zahlen und Konzepten.


2. Typische Finanzierungsanlässe in der IT-Branche

  • Neue Hardware (Laptops, Monitore, Server, mobile Endgeräte)
  • Softwarelizenzen, Abos und Tools (Adobe, JetBrains, Atlassian, etc.)
  • Schulungen und Zertifizierungen (z.?B. AWS, Microsoft, Cisco)
  • Aufbau eines kleinen Teams oder Outsourcing
  • Marketing (Website, SEO, Werbung)
  • Büroeinrichtung, Co-Working, Serverraum

Gerade bei wiederkehrenden Projekten lohnt es sich, hier zu investieren – aber oft braucht’s einen Kredit als Anschub.


3. Welche Finanzierungsarten eignen sich besonders für IT-Selbstständige?

a) Ratenkredit für Selbstständige

Wenn du ein stabiles Einkommen und eine saubere Buchführung hast, kannst du über deine Hausbank oder eine Direktbank einen klassischen Kredit aufnehmen.

  • Fester Betrag, feste Laufzeit
  • Freie Verwendung möglich
  • Auch bei mäßigem Score mit überzeugender Umsatzentwicklung machbar

Tipp: Zeig deine Kontoauszüge, EÜR oder BWA – und erkläre, wie du den Kredit nutzen willst.


b) Mikrokredit (bis 25.000 €)

Ideal für Solo-Freelancer oder kleine IT-Agenturen mit kurzfristigem Kapitalbedarf.

Anbieter:

  • Deutsches Mikrokreditinstitut
  • iwoca
  • FinCompare

Vorteil:

  • Schnelle Entscheidung
  • Kein Businessplan auf 40 Seiten nötig
  • Oft keine Sicherheiten notwendig

c) Plattformkredite (P2P)

Über auxmoney, Lendico oder ähnliche Anbieter kannst du dich direkt an private Investor:innen wenden.

  • Du stellst dich und dein Projekt vor
  • Kredite bis 50.000?€ oder mehr möglich
  • Auch bei „durchschnittlicher“ Bonität realistisch

Wichtig: Ein überzeugendes Profil, saubere Einnahmenübersicht und ein konkreter Verwendungszweck.


d) Leasing statt Kauf

Wenn du regelmäßig neue Technik brauchst oder hohe Investitionen vermeiden willst: Leasing.

  • Gilt für Hardware, Software, teilweise auch Möbel
  • Planbare Kosten, steuerlich absetzbar
  • Kein Kapitalverlust durch Anschaffung

Besonders spannend, wenn du schnell skalieren willst – ohne dein Konto zu leeren.


4. Was du beim Kreditantrag beachten solltest

? Saubere Einnahmenübersicht

Zeig deinen monatlichen Cashflow – z.?B. aus wiederkehrenden IT-Wartungsverträgen oder laufenden Projekten.

? Projektliste oder Kundenportfolio

Beweis, dass du gefragt bist – durch Auftraggeber, Projektbeispiele, Referenzen.

? Technisch, aber verständlich

Erklär in einfachen Worten, was du machst – die Kreditabteilung ist selten tech-affin.

? Verwendungszweck konkret beschreiben

„Ich brauche 6.000 € für ein neues MacBook Pro, drei Lizenzen und zwei Monate Marketingbudget“ wirkt überzeugender als „Ich brauch halt was für mein Business“.


5. Fehler, die viele IT-Freelancer bei der Finanzierung machen

? Alles als „privat“ beantragen – obwohl es klar geschäftlich ist
Dann kannst du’s nicht steuerlich absetzen und wirkst unorganisiert.

? Zahlen schönrechnen
Wenn du mit Umsatzgrößen prahlst, die nie eingetreten sind, fliegt dir das beim Antrag um die Ohren.

? Zu spät finanzieren
Investiere lieber proaktiv, statt erst zu handeln, wenn’s brennt – z.?B. wenn der alte Laptop streikt.


6. Fördermöglichkeiten speziell für Tech- und IT-Berufe

Es gibt Programme auf Landes- und Bundesebene, die IT-Selbstständige fördern – z.?B.:

  • Digitalisierungszuschüsse für kleine Unternehmen
  • Gründungsförderung für Tech-Startups oder Freelancer
  • BAFA-Förderung für Beratungsleistungen
  • Invest-Zuschuss (bei innovativen, wachstumsstarken Geschäftsmodellen)

Frag bei deiner IHK, Wirtschaftsförderung oder im Gründerzentrum nach – gerade Tech wird gern gefördert.


Als IT-Selbstständiger bist du finanzierungsfähig – wenn du’s richtig angehst

Du musst kein Großunternehmen mit Serverfarm sein, um an einen Kredit zu kommen. Ob als Cloud-Beraterin, Software-Freelancer, Datenanalyst oder IT-Allrounder – mit klaren Einnahmen, einem übersichtlichen Konzept und etwas Struktur bekommst du auch als Einzelkämpfer finanzielle Unterstützung.
Erklär, was du machst. Zeig, dass du’s kannst. Und bau dir die Tools, die du brauchst, um noch besser zu werden.

Hast du dein IT-Business schon mal finanziert? Oder planst du eine Investition? Schreib mir – ich bin gespannt auf deine Erfahrung.

Kredit für selbstständige Heilberufe – Finanzierung zwischen Vertrauen, Verantwortung und Vorschriften

Hallo zusammen, Alex hier. Heute geht’s um eine besondere Berufsgruppe unter den Selbstständigen – Menschen in den Heilberufen. Also: Physiotherapeut:innen, Heilpraktiker:innen, Ergotherapeut:innen, Logopäd:innen, Podolog:innen, Osteopath:innen oder auch selbstständige Hebammen und Psychotherapeut:innen.
Was sie alle gemeinsam haben: Sie arbeiten nah am Menschen, tragen eine enorme Verantwortung – und brauchen gleichzeitig auch in finanzieller Hinsicht einen langen Atem.
Ob Praxisgründung, neue Behandlungsgeräte, digitale Ausstattung oder einfach ein Liquiditätspuffer – Geldbedarf gibt’s genug. Aber gerade in den Heilberufen ist die Finanzierung oft komplizierter, als sie sein müsste. Ich zeige dir heute, wie du auch ohne betriebswirtschaftlichen Background an einen passenden Kredit kommst – ohne dich im Paragrafendschungel zu verirren.


1. Besonderheiten der Heilberufe bei der Finanzierung

Heilberufe sind zwar systemrelevant, aber für viele Banken trotzdem „Spezialfälle“. Warum?

  • Keine klassischen Gewerbebetriebe, sondern oft Freiberufler:innen
  • Abrechnung über Kassen, privat oder Mischformen
  • Berufsrechtliche Vorgaben (z.?B. Approbation, Berufshaftpflicht, Zulassungen)
  • Hoher Vertrauensvorschuss nötig, besonders bei Neugründung

Banken wollen bei solchen Finanzierungen ganz genau wissen:

  • Bist du zugelassen und darfst du die Tätigkeit ausüben?
  • Wie sehen deine Abrechnungen aus (privat vs. Kasse)?
  • Gibt es bestehende Kooperationen oder Überweisungsquellen?

2. Typische Finanzierungsanlässe im Heilberuf

  • Praxisgründung (inkl. Miete, Umbau, Einrichtung, Geräte)
  • Übernahme einer bestehenden Praxis
  • Erweiterung (z.?B. zweiter Behandlungsraum, neues Teammitglied)
  • Investitionen in Geräte (z.?B. Ultraschall, Therapieliegen, Software)
  • Digitalisierung (Online-Terminbuchung, DSGVO-konforme Dokumentation)
  • Zwischenfinanzierung bei verzögerten Kassenabrechnungen

In vielen Fällen sind das langfristige, planbare Ausgaben – was bei der Finanzierung ein Vorteil ist.


3. Diese Kredite eignen sich besonders für Heilberufe

a) KfW-Förderkredite

Besonders empfehlenswert ist der ERP-Gründerkredit – StartGeld der KfW.

  • Für Praxisgründung oder Übernahme
  • Bis 125.000 €
  • Tilgungsfreie Anlaufzeit
  • Antrag über Hausbank

Auch für bestehende Praxen gibt es den KfW-Unternehmerkredit, mit flexibler Laufzeit und günstigen Zinsen.

Wichtig: Ein einfacher Businessplan, eine Übersicht über deinen Kapitalbedarf und ggf. eine Rentabilitätsvorschau sollten vorbereitet sein.


b) Bankkredite mit Heilberufe-Schwerpunkt

Einige Banken haben eigene Abteilungen oder Berater:innen für Heilberufe, z.?B.:

  • Deutsche Apotheker- und Ärztebank
  • Sparkassen mit „Heilberufe Center“
  • Volksbanken mit Branchenfokus

Vorteil:

  • Die kennen deine Branche
  • Verstehen deine Abrechnungswege
  • Erkennen das Potenzial auch bei Einzelpraxen

c) Mikrokredite oder Plattformkredite für kleinere Beträge

Wenn du „nur“ 5.000 bis 20.000 € brauchst – z.?B. für Geräte, Möbel, Software oder Fortbildungen – reicht oft ein Mikrokredit.

Anbieter:

  • Deutsches Mikrokreditinstitut
  • iwoca
  • auxmoney (auch als Plattform mit Investoren)

Wichtig: Du musst kein betriebswirtschaftliches Genie sein. Eine klare Auflistung und ein realistischer Rückzahlungsplan genügen.


d) Leasing statt Kauf

Für teure Geräte (z.?B. Massageliegen, Lasertechnik, medizinische Software oder Praxisausstattung) kann Leasing sinnvoll sein.

  • Geringe Einstiegskosten
  • Feste monatliche Raten
  • Steuerlich als Betriebsausgabe absetzbar
  • Flexibel in Kombination mit Service- oder Wartungsverträgen

4. Was brauchst du für den Kreditantrag?

Auch als Therapeut:in oder Heilpraktiker:in musst du bei einer Finanzierung ein paar Dinge parat haben:

  • Approbationsurkunde oder Berufsqualifikation
  • Nachweis über Berufshaftpflichtversicherung
  • Geplante Praxisausstattung mit Kostenaufstellung
  • Übersicht über Einnahmen und Ausgaben (ggf. aus früherer Tätigkeit)
  • Finanzierungsplan (Wofür? Wie viel? Wann zurückzahlen?)
  • Bei Übernahme: Pachtvertrag oder Übernahmevereinbarung

Und nicht vergessen: Eine einfache Umsatzprognose (z.?B. „Ich plane mit 10 Behandlungen pro Tag zu je 75 €“) macht mehr Eindruck als jeder lange Businessplan.


5. Häufige Stolperfallen – und wie du sie vermeidest

Fehler 1: Du planst zu vage
„Ich brauche ungefähr 30.000 Euro für meine Praxis.“ ? Das ist zu unkonkret. Besser: „Therapieliege 2.500 €, Ultraschallgerät 6.800 €, Empfangsbereich 3.000 €, Software 1.200 €…“

Fehler 2: Du rechnest zu optimistisch
Rechne lieber mit 60–70 % Auslastung im ersten Jahr – und baue einen Puffer ein.

Fehler 3: Du gehst zur falschen Bank
Hausbanken ohne Branchenerfahrung lehnen oft vorschnell ab. Geh lieber zu einem Institut mit Heilberufe-Schwerpunkt.


6. Fördermöglichkeiten speziell für Heilberufe

Manche Bundesländer bieten zusätzliche Förderprogramme – z.?B. für:

  • Niederlassung im ländlichen Raum
  • Digitalisierung und Telemedizin
  • Frauen in der Selbstständigkeit
  • Existenzgründer:innen im Gesundheitssektor

Anlaufstellen:

  • Landesförderbanken (z.?B. NRW.Bank, L-Bank, LfA Bayern)
  • Berufsverbände (z.?B. für Heilpraktiker, Logopäden, Physiotherapeuten)
  • Kassenärztliche Vereinigungen (für ärztliche und psychotherapeutische Berufe)

Auch in den Heilberufen ist Finanzierung möglich – wenn du’s gut aufbereitest

Als selbstständige:r Therapeut:in oder Heilpraktiker:in hast du gute Chancen auf eine Finanzierung – weil dein Beruf gesellschaftlich wichtig ist und stabile Nachfrage besteht.

Entscheidend ist:

  • Zeig dein Konzept klar und verständlich
  • Sei realistisch bei den Zahlen
  • Such dir die richtige Bank oder Plattform
  • Und hab keine Angst vor Begriffen wie „Liquiditätsplan“ – das ist einfacher, als es klingt

Wenn du Herzblut, Fachwissen und einen nachvollziehbaren Plan mitbringst, bekommst du auch das nötige Kapital dazu.
Hast du schon eine Praxis gegründet oder bist gerade in der Planung? Schreib mir gern – ich bin gespannt auf deine Erfahrungen.

Selbstständig im Handwerk – So kommst du als Meister oder Ein-Mann-Betrieb an einen Kredit

Hallo zusammen, Alex hier. Heute geht’s um eine ganz bodenständige, aber oft unterschätzte Berufsgruppe: selbstständige Handwerkerinnen und Handwerker. Ob als Fliesenleger, Elektrikerin, Schlosser, Maler oder Tischlerin – wer sich im Handwerk selbstständig macht, hat meistens viel zu tun, aber auch hohe Investitionen zu stemmen.
Ich habe selbst einige Kunden aus dem Handwerksbereich betreut, und eins ist klar: Ohne Transporter, Werkzeug, Maschinen, Material und gegebenenfalls Mitarbeitende läuft nichts. Doch gerade kleinere Handwerksbetriebe tun sich oft schwer, wenn’s um eine Finanzierung geht – obwohl sie wirtschaftlich gut dastehen.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie du als Handwerksmeister oder Solo-Selbstständiger im Handwerk an einen Kredit kommst, welche Förderungen es gibt und was du beim Finanzierungsantrag unbedingt beachten solltest.


1. Warum Handwerker oft bessere Karten haben, als sie denken

Viele denken: „Ich bin nur ein kleiner Betrieb, wer gibt mir schon Geld?“ Dabei sehen Banken Handwerksbetriebe grundsätzlich positiver als viele andere Branchen – aus gutem Grund:

  • Klare Dienstleistungen mit realem Mehrwert
  • Regelmäßige Aufträge durch Mundpropaganda oder Gewerbekunden
  • Meist stabile Einnahmen, auch in Krisenzeiten
  • Überschaubare Risiken bei guter Betriebsführung

Das Problem liegt oft eher bei der Präsentation der Zahlen – und genau da setzen wir an.


2. Wofür brauchen Handwerker Kredite?

Ein paar Klassiker aus der Praxis:

  • Neuer Transporter oder Ersatz für einen alten
  • Maschinen, Geräte, Werkzeuge
  • Betriebserweiterung (z.?B. neue Halle, zweites Fahrzeug)
  • Materialvorfinanzierung für größere Aufträge
  • Digitalisierung (z.?B. Zeiterfassung, Rechnungssoftware)
  • Zwischenfinanzierung bei Zahlungszielen von Gewerbekunden

Das Gute: Diese Investitionen sind meist konkret, nachvollziehbar und wertsteigernd – ideale Voraussetzungen für einen Kredit.


3. Kreditarten, die sich für Handwerker eignen

a) KfW-Kredite für kleine Unternehmen

Die KfW-Bank bietet speziell für Handwerksbetriebe passende Programme:

  • ERP-Gründerkredit – StartGeld (für Betriebe unter 5 Jahre alt)
  • KfW-Unternehmerkredit (für etablierte Betriebe)
  • KfW-Kredit für Wachstum und Digitalisierung

Vorteile:

  • Günstige Zinsen
  • Lange Laufzeiten
  • Tilgungsfreie Anlaufphase
  • Oft ohne klassische Sicherheiten möglich

Wichtig: Antrag läuft über deine Hausbank – sprich dort gezielt den KfW-Wunsch an!


b) Investitionskredit über deine Hausbank

Wenn du z.?B. ein Fahrzeug oder eine Maschine finanzieren willst, geht das auch über einen klassischen Ratenkredit:

  • Feste Laufzeit
  • Meist mit dinglicher Sicherheit (z.?B. das Fahrzeug selbst)
  • Transparent und planbar

Am besten: Angebot vom Händler beilegen und genau angeben, wofür du das Geld brauchst.


c) Mikrokredit für kleinere Beträge

Wenn’s „nur“ um eine Werkzeugausstattung, ein neues Gerät oder Material für einen Auftrag geht, reicht oft ein Mikrokredit:

  • 1.000 – 25.000 €
  • Ohne lange Bonitätsprüfung
  • Entscheidungsorientiert am Vorhaben

Anbieter:

  • Deutsches Mikrokreditinstitut
  • iwoca
  • auxmoney

Ideal für Solo-Handwerker mit überschaubarem Kapitalbedarf.


d) Leasing statt Kauf

Gerade bei teuren Maschinen, Fahrzeugen oder IT-Lösungen kann Leasing sinnvoll sein:

  • Kein hoher Kapitalbedarf auf einmal
  • Planbare monatliche Raten
  • Steuervorteile durch Betriebsausgabe

Tipp: Viele Händler bieten Leasing direkt mit an – einfach mitrechnen lassen.


4. Was solltest du bei der Antragstellung beachten?

a) Klare Auflistung deiner Investitionen

Beispiel:

  • Transporter: 18.000 €
  • Werkzeug (Set + Spezialgerät): 5.000 €
  • Software: 1.200 €
  • Werbung (Website, Flyer): 800 €

Gesamt: 25.000 € ? Kreditanfrage genau darauf abstimmen.


b) Einnahmen- und Auftragslage dokumentieren

Zeig auf:

  • Welche Aufträge du in den letzten 12 Monaten hattest
  • Welche laufenden Verträge oder Stammkunden es gibt
  • Wie deine monatlichen Durchschnittseinnahmen aussehen

Du brauchst keine BWA vom Steuerberater – oft reicht eine gut geführte Einnahmenübersicht.


c) Saubere Trennung von privat und geschäftlich

Auch bei einem Ein-Mann-Betrieb solltest du getrennte Konten führen. Das zeigt Struktur und hilft bei der Bonitätsbewertung.


5. Förderungen für Handwerksbetriebe – unbedingt prüfen!

Viele Handwerkskammern und Bundesländer bieten:

  • Zuschüsse für Digitalisierung
  • Investitionsförderung für bestimmte Gewerke
  • Beratungsförderung für Betriebsführung, Nachfolge oder Expansion

Frag bei deiner HWK oder dem regionalen Wirtschaftsförderungsbüro nach – oft gibt’s mehr als man denkt.


Als Handwerker kommst du leichter an einen Kredit, als du vielleicht glaubst

Du musst kein großes Bauunternehmen sein, um finanzierungsfähig zu sein. Auch als Fliesenlegerin mit Transporter oder Elektriker mit Werkstatt kannst du ein starkes Kreditprofil abgeben – wenn du deine Zahlen kennst und dein Vorhaben klar darstellen kannst.

Egal ob Werkzeug, Transporter oder Lagerausbau – mit einem sauberen Plan, realistischen Umsätzen und dem richtigen Ansprechpartner stehen dir viele Wege offen.

Du willst wissen, wie du dein Vorhaben am besten präsentierst? Oder hast du schon Erfahrungen mit Finanzierungen im Handwerk gemacht? Ich freue mich auf den Austausch.

Kredit für Selbstständige in der Gastronomie – Zwischen Kochlöffel und Kassenbuch

Hallo zusammen, Alex hier. Heute geht’s mal um eine ganz besondere Gruppe von Selbstständigen: Gastronom:innen. Also all jene, die Restaurants, Cafés, Foodtrucks, Imbisse oder Bistros betreiben – oder betreiben wollen.
Ich hatte selbst mal ein kleines Café-Projekt mit einem Freund gestartet. Spoiler: Es war viel anstrengender als gedacht – aber auch eine extrem lehrreiche Zeit. Und spätestens, wenn’s um Geld geht, wird’s ernst. Küchengeräte, Einrichtung, Lieferverträge, Miete, Personal – alles will bezahlt werden, oft noch bevor der erste Espresso über die Theke geht.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie du als selbstständige:r Gastronom:in an einen Kredit kommst, welche Besonderheiten du beachten musst – und warum der Businessplan nicht nur Papierkram, sondern deine Eintrittskarte zum Geldgeber ist.


1. Warum Gastro-Betriebe bei Kreditgebern nicht immer hoch im Kurs stehen

Ganz ehrlich: Banken lieben Planungssicherheit. Die gibt’s in der Gastronomie aber eher selten. Die Risiken aus Sicht der Kreditgeber:

  • Hohe Anfangsinvestitionen
  • Schwankende Umsätze (z.?B. saisonal)
  • Abhängigkeit von Lage, Wetter, Personal und Trends
  • Vergleichsweise hohe Ausfallquoten in der Branche

Das heißt nicht, dass du keine Chance auf einen Kredit hast – aber du musst überzeugender auftreten als andere.


2. Was du als Gastronom:in für eine Finanzierung brauchst

a) Einen soliden Businessplan

Kein Blabla. Sondern:

  • Was bietest du an (Konzept, Zielgruppe)?
  • Warum genau dieses Lokal, dieser Standort?
  • Wie hoch sind Investitionen, wie viel brauchst du?
  • Welche Umsätze planst du – realistisch?
  • Was unterscheidet dich vom Dönerladen um die Ecke oder vom dritten Café in der Straße?

Dein Businessplan ist dein Ticket zum Kredit – also investier da lieber ein paar Stunden mehr.


b) Finanzierungsbedarf klar beziffern

Beispiel:

  • Einrichtung Küche: 15.000 €
  • Kaffeemaschine & Theke: 8.000 €
  • Miete & Kaution: 6.000 €
  • Werbung & Website: 2.000 €
  • Erstausstattung Getränke/Lebensmittel: 5.000 €
  • Rücklage für 3 Monate Betrieb: 10.000 €

Gesamt: 46.000 € ? Kreditantrag auf z.?B. 50.000 €

Wenn du das so darstellst, wirkt das deutlich professioneller als „Ich brauche halt so 50.000 Euro für mein Restaurant.“


c) Einnahmen realistisch planen

Die Bank will sehen:

  • Wie viel Gäste brauchst du täglich, um deine Kosten zu decken?
  • Welche Marge hast du bei Speisen und Getränken?
  • Was bleibt nach Miete, Wareneinsatz, Personal, Versicherung?

Wenn du hier realistisch bleibst, sammelst du Pluspunkte. Lieber ein konservativer Plan, der aufgeht – als Traumumsätze ohne Substanz.


3. Welche Kredite eignen sich für die Gastronomie?

a) KfW-Kredite für Gründer:innen und bestehende Betriebe

Perfekt für größere Vorhaben mit längerem Vorlauf.

Beispiel:

  • ERP-Gründerkredit – StartGeld (bis 125.000 €)
  • KfW-Unternehmerkredit (für bestehende Gastronom:innen, Betrieb länger als 5 Jahre)

Vorteile:

  • Niedrige Zinsen
  • Lange Laufzeiten
  • Tilgungsfreie Anfangszeit möglich

Achtung: Antrag läuft über deine Hausbank – also vorher Termin machen und Unterlagen vorbereiten.


b) Mikrokredite für kleinere Investitionen oder Anlaufkosten

Wenn du z.?B. einen Imbiss aufbaust oder dein bestehendes Lokal modernisieren willst, reicht oft ein kleiner Kredit.

  • 1.000 bis 25.000 €
  • Keine Sicherheiten nötig
  • Schnelle Entscheidung

Anbieter:

  • Deutsches Mikrokreditinstitut
  • Iwoca
  • auxmoney

c) Leasing für Ausstattung

Gerade in der Gastronomie ist Leasing beliebt – für:

  • Kaffeemaschinen
  • Kühltechnik
  • Kassensysteme
  • Möbel

Vorteile:

  • Kein hoher Kapitalbedarf
  • Planbare Raten
  • Steuerlich absetzbar

d) Kredit über Plattformen (P2P)

Wenn die Bank zögert, kannst du auch über Plattformen gehen – z.?B. auxmoney oder Funding Circle. Hier punkten besonders:

  • Ein authentisches Konzept
  • Deine Motivation
  • Deine bisherige Gastro-Erfahrung

Tipp: Zeig Bilder vom Standort, deinem Team, deiner Karte – das macht Eindruck.


4. Fehler, die Gastronom:innen bei Krediten häufig machen

Fehler 1: Umsätze zu optimistisch kalkulieren
60 Gäste pro Tag ab Woche 1? Vielleicht lieber mit 20 starten – und dann langsam steigern.

Fehler 2: Keine Puffer einplanen
In den ersten Monaten läuft’s oft schleppend an – kalkuliere Reserven für Miete, Personal und Wareneinsatz.

Fehler 3: Alles über einen Kredit finanzieren wollen
Wenn möglich, bring Eigenkapital mit – das wirkt positiv auf die Kreditentscheidung.


5. Noch ein Tipp: Förderprogramme für Gastro-Gründer:innen

In vielen Bundesländern gibt’s spezielle Förderungen für die Gastronomie:

  • Investitionszuschüsse
  • Beratungsförderung
  • Unterstützung bei der Digitalisierung (z.?B. digitale Kasse, Online-Reservierung)

Erkundige dich bei:

  • IHK
  • Landesförderinstituten
  • Gründerzentren in deiner Stadt

Kredit in der Gastronomie? Ja – aber mit Plan, Herz und Zahlen

Ob Restaurant, Bar, Café oder Foodtruck – mit dem richtigen Konzept, realistischen Zahlen und etwas Eigenleistung bekommst du auch als Gastro-Selbstständige:r einen Kredit.

Wichtig ist:

  • Zeig, dass du weißt, was du tust
  • Mach klar, wie du Geld verdienen wirst
  • Und zeig, dass du auch durch schwierige Monate kommst

Die Gastronomie ist kein Zuckerschlecken – aber mit Leidenschaft und einer durchdachten Finanzierung kann’s der beste Job der Welt sein.

Hast du ein Lokal gegründet oder planst du gerade eins? Ich bin gespannt auf deine Geschichte.

Selbstständig mit schwacher Bonität – So bekommst du trotzdem eine Finanzierung

Hallo zusammen, Alex hier. Heute mal ein Thema, das nicht besonders glamourös ist, aber verdammt real: schwache Bonität. Ob durch eine schwierige Auftragslage, eine alte Rechnung, die du mal zu spät gezahlt hast, oder weil du einfach noch nicht lange genug im Geschäft bist – es kann schnell passieren, dass dein Bonitätsscore nicht gerade glänzt.
Und genau dann wird’s knifflig: Du brauchst einen Kredit, aber die Bank sagt Nein. Die Plattformen zögern. Selbst das Leasing für ein neues Notebook wird abgelehnt.

Aber: Eine schwache Bonität bedeutet nicht, dass du keine Finanzierung bekommst. Du musst nur wissen, wo und wie du ansetzt. Ich zeig dir, wie ich’s gemacht hab – und was du daraus mitnehmen kannst.


1. Was bedeutet eigentlich „schwache Bonität“ für Selbstständige?

Bonität ist im Grunde nichts anderes als die Einschätzung deiner Zahlungsfähigkeit. Und die basiert auf:

  • deiner Schufa-Auskunft
  • deiner bisherigen Zahlungshistorie
  • deinen Einnahmen (z.?B. laut Steuerbescheid, BWA, EÜR)
  • deiner Branchenzugehörigkeit (ja, auch das zählt…)
  • eventuellen Sicherheiten

Und ganz ehrlich: Als Selbstständiger ist dein Score schneller mal durchwachsen. Nicht weil du pleite bist, sondern weil dein Einkommen schwankt oder du mal in Zahlungsverzug warst. Das kann schon reichen.


2. Was du als Erstes tun solltest: Bonität checken

Bevor du irgendwo einen Antrag stellst, hol dir eine Selbstauskunft von der Schufa (einmal jährlich kostenlos auf www.meineschufa.de).

Achte auf:

  • Falsche oder veraltete Einträge
  • Einträge, die längst erledigt, aber nicht als „erledigt“ markiert sind
  • Überflüssige oder doppelte Daten

Korrigiere, was geht. Das bringt oft schon ein paar Prozentpunkte.


3. Finanzierungsmöglichkeiten trotz schwacher Bonität

a) Mikrokredit

  • Beträge zwischen 1.000 und 25.000 €
  • Ideal für kleinere Investitionen
  • Kein perfekter Score nötig – entscheidend ist dein Vorhaben

Anbieter:

  • Deutsches Mikrokreditinstitut
  • Iwoca
  • FinCompare

Wichtig: Bereite deine Unterlagen sauber vor (auch wenn sie nicht perfekt sind). Zeig, wofür du das Geld brauchst – und wie du es zurückzahlst.


b) Kredit über P2P-Plattformen

Plattformen wie auxmoney oder Smava vergeben Kredite auch bei mittelmäßiger oder schwacher Bonität.

Vorteile:

  • Du präsentierst dich und dein Business
  • Private Investoren entscheiden, nicht nur der Algorithmus
  • Oft fairere Bewertung deiner Selbstständigkeit

Nachteil: Die Zinsen sind höher – dafür bekommst du aber oft überhaupt erst die Chance.


c) Kredit mit zweitem Kreditnehmer oder Bürgen

Wenn du jemanden hast, der mit einsteigt – z.?B. Partner:in oder Familienmitglied –, verbessert das deine Chancen enorm.

  • Gemeinsame Bonitätsprüfung
  • Sicherheit für die Bank
  • Risiko wird aufgeteilt

Aber: Klare Absprachen! Finanzielle Verstrickungen unter Freunden oder in der Familie können auch schiefgehen.


d) Sachwert als Sicherheit

Manchmal reicht ein Fahrzeug, ein Gerät oder eine policierte Lebensversicherung als Sicherheit.

Du sagst also sinngemäß: „Wenn ich nicht zahlen kann, habt ihr wenigstens was davon.“ Klingt hart, aber ist ein legitimer Weg.


4. Was geht NICHT (oder nur mit Vorsicht)?

Kredite ohne Schufa aus dem Ausland
Oft locken Anbieter mit „schufafreien“ Krediten – meist aus Liechtenstein oder der Schweiz. Klingt verlockend, ist aber oft teuer, riskant oder schlicht unseriös.

Achte darauf:

  • Keine Vorkosten
  • Klare Vertragsbedingungen
  • Kein Druck per Telefon oder E-Mail

Wenn du zweifelst: Finger weg.


5. Alternativen zur klassischen Finanzierung

Leasing statt Kauf

Manche Anbieter vergeben auch Leasingverträge bei schwächerer Bonität – z.?B. für Geräte, Fahrzeuge, Ausstattung.

Vorteile:

  • Planbare monatliche Raten
  • Kein Kapitalbedarf auf einmal
  • Steuervorteile

Factoring (für B2B-Freelancer)

Wenn du an Geschäftskunden schreibst, kannst du deine Rechnungen vorfinanzieren lassen.

Du bekommst das Geld sofort – das Factoring-Unternehmen kümmert sich um den Rest.


6. Langfristig: So verbesserst du deine Bonität als Selbstständiger

  • Rechnungen pünktlich zahlen
  • Kredite nicht überziehen oder wild durcheinander anfragen
  • Keine unnötigen Ratenkäufe oder Kreditkarten
  • Saubere Trennung zwischen privat und geschäftlich
  • Rücklagen aufbauen – auch kleine!

Und: Zeig Kontinuität. Wenn du ein Jahr lang regelmäßig Einnahmen hast und keine Auffälligkeiten produzierst, steigt deine Kreditwürdigkeit automatisch.


Auch mit schwacher Bonität kannst du finanzieren – mit Strategie statt Schönrederei

Die Zeiten, in denen du mit einem mittelmäßigen Score völlig chancenlos warst, sind vorbei. Du musst dich nur gut vorbereiten, ehrlich mit deiner Situation umgehen – und die richtigen Türen anklopfen.
Kleiner Kredit, klarer Zweck, realistische Rückzahlung – das geht. Und mit jedem erfolgreichen Schritt verbesserst du auch deine Bonität für die Zukunft.
Ich hab selbst klein angefangen. Und ja, meine Bonität war auch mal alles andere als bankfreundlich. Aber heute läuft’s – Schritt für Schritt.

Wie hast du’s geschafft? Oder hängst du gerade in der Bonitätsfalle fest? Lass uns drüber sprechen.