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Selbstständig ohne Rücklagen – Wie du trotzdem handlungsfähig bleibst

Hallo zusammen, Alex hier. Wenn wir ehrlich sind, haben viele Selbstständige keine dicken Rücklagen. Und ich sag’s ganz offen: Auch ich war lange einer davon.
Man verdient – und gibt’s gleich wieder aus: für Steuern, neue Software, Werbekampagnen, Technik, manchmal auch einfach fürs Leben. Und plötzlich kommt ein Engpass. Kein Auftrag, kaputte Hardware, eine Steuernachzahlung. Und man merkt: Mist, nichts auf der hohen Kante.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie du auch ohne Rücklagen finanzielle Engpässe überbrückst, welche Sofortmaßnahmen helfen und wie du dich langfristig besser aufstellst.


1. Erstmal durchatmen – und die Lage klären

Bevor du panisch nach einem Kredit suchst: Überblick verschaffen.

Fragen, die du dir stellen solltest:

  • Wie groß ist die Lücke wirklich (in Euro)?
  • Welche Ausgaben sind jetzt fällig, welche lassen sich verschieben?
  • Was kommt in den nächsten 30 Tagen voraussichtlich rein?
  • Gibt es Kunden, die früher zahlen könnten oder offene Rechnungen?

Ein Kassensturz wirkt oft ernüchternd – aber er bringt Klarheit. Und mit Klarheit kannst du planen.


2. Sofortmaßnahmen ohne Kredit

a) Zahlungsaussetzungen verhandeln

Sprich mit:

  • Vermietern (Büro oder privat)
  • Versicherungen
  • Energieversorgern
  • Leasinggesellschaften

Viele Anbieter bieten Ratenpläne, Zahlungsaufschübe oder Stundungen an – vor allem, wenn du offen kommunizierst.

b) Offene Rechnungen eintreiben

Jetzt ist nicht der Moment für falsche Zurückhaltung. Kunden, die seit Wochen oder Monaten nicht zahlen? Höflich, aber bestimmt erinnern. Bei Bedarf: Mahnung senden oder Factoring nutzen.

c) Kurzfristig Umsatz generieren

Was kannst du sofort verkaufen, anbieten oder umsetzen?

Beispiele:

  • Mini-Workshops
  • Express-Dienstleistungen
  • Beratungspakete
  • Gutscheine
  • Rabatte für Vorauszahlungen

Lieber kleiner Umsatz als gar keiner.


3. Finanzierungsmöglichkeiten ohne Rücklagen

Auch ohne Puffer kannst du an Geld kommen – wenn du strukturiert vorgehst.

a) Mikrokredit

  • 1.000 bis 25.000 Euro
  • Keine oder geringe Sicherheiten notwendig
  • Anbieter: Deutsches Mikrokreditinstitut, iwoca, auxmoney

Geeignet für: kurzfristige Engpässe, kleinere Investitionen, Betriebsmittel.

Wichtig: Bereite eine einfache Einnahmenübersicht vor – je transparenter du bist, desto höher die Chance auf Zusage.


b) Ratenkredit über Privatperson oder Partner

Wenn du verheiratet bist oder in einer Partnerschaft lebst, kann ein gemeinsamer Kredit Sinn machen – vor allem, wenn dein:e Partner:in ein geregeltes Einkommen hat.

Auch im privaten Umfeld (Eltern, Freunde) ist manchmal ein Darlehen möglich – aber bitte immer mit Vertrag, klarer Rückzahlung und möglichst ohne Zinswucher.


c) Kreditplattformen (auxmoney, Smava, Lendico)

Wenn klassische Banken ablehnen, kannst du über P2P-Plattformen gehen. Hier zählt neben den Zahlen auch deine Geschichte – und dein Plan.

  • Freier Verwendungszweck
  • Auch mit mittelmäßiger Bonität möglich
  • Entscheidung oft binnen weniger Tage

d) KfW-Kredite – auch ohne große Rücklagen

Einige KfW-Förderkredite setzen kein Eigenkapital voraus, z.?B. der ERP-Gründerkredit – StartGeld.

Voraussetzung:

  • Guter Plan
  • Kreditbedarf nachvollziehbar
  • Antrag über deine Hausbank

Selbst ohne Rücklagen kannst du hier punkten – mit Konzept, Einnahmen und deinem persönlichen Einsatz.


4. Was du vermeiden solltest

Fehler 1: Mehrere Kreditanfragen gleichzeitig stellen
Jede Anfrage wird bei der Schufa vermerkt – zu viele auf einmal wirken wie ein Notruf.

Fehler 2: Konsumkredit aufnehmen ohne Rückzahlungsplan
Ein Kredit ohne klares Ziel und Rückführungsidee bringt dir kurz Luft – und später Druck.

Fehler 3: Geschäft und Privat komplett vermischen
Selbst in der Krise solltest du geschäftliche und private Finanzen sauber trennen – sonst wird’s unübersichtlich.


5. Langfristig besser aufstellen – ohne gleich Vermögen zu horten

Rücklagen aufbauen klingt oft wie ein Luxus. Aber es geht auch klein:

Meine 3×10%-Regel:

  • 10 % vom Umsatz zurücklegen (auch bei kleineren Beträgen)
  • 10 % für Steuer- und Sozialabgaben vormerken
  • 10 % reinvestieren (Website, Fortbildung, Technik)

Wenn du das ein paar Monate machst, entsteht plötzlich Spielraum – auch ohne fettes Polster.

Und: Lieber ein kleines Tagesgeldkonto mit 500 Euro als gar keins.


6. Fazit: Auch ohne Rücklagen kannst du handeln – aber nicht planlos

Es ist okay, mal kein dickes Polster zu haben. Viele Selbstständige starten ohne. Aber wichtig ist: Du brauchst einen klaren Kopf, gute Entscheidungen – und einen Plan für den Tag danach.
Ob über Mikrokredit, kurzfristige Umsatzaktionen, Zahlungsaufschub oder Plattformkredit – du hast mehr Optionen, als du denkst.

Ich hab’s selbst durch. Und weiß: Das ist machbar. Manchmal braucht es nur den Mut, die Dinge offen anzusprechen – und einen klaren ersten Schritt.

Wie bist du mit Engpässen ohne Rücklagen umgegangen? Ich freue mich auf deine Erfahrungen.

Selbstständig und schwanger – Finanzierung zwischen Babybauch und Businessplan

Hallo zusammen, Alex hier. Heute mal ein Thema, das mir zwar persönlich nicht passiert ist (logisch), aber aus meiner Beratungspraxis immer wieder auftaucht – und zwar: Wie finanziere ich mich als Selbstständige, wenn ich schwanger bin oder bald in Elternzeit gehe?
Denn ganz ehrlich: Der Mut, ein eigenes Business zu starten, ist groß. Aber wenn dann noch ein Kind unterwegs ist, wird’s oft richtig kompliziert – vor allem finanziell. Gerade in der Selbstständigkeit gibt’s nämlich keinen automatischen Mutterschutz, kein volles Elterngeld auf Basis von Lohnzetteln und leider auch nicht immer Verständnis von der Bank.

Aber: Es gibt Wege. Und in diesem Artikel zeige ich dir, was möglich ist, welche Finanzierungslösungen du kennen solltest und wie du auch mit Baby im Bauch oder auf dem Arm den Überblick behältst.


1. Die Herausforderung: Schwangerschaft und Selbstständigkeit – passt das überhaupt zusammen?

Ja, tut es. Aber es braucht Planung.

In der Festanstellung springt der Arbeitgeber ein, übernimmt Gehalt während des Mutterschutzes, und das Elterngeld wird anhand des letzten Netto berechnet. In der Selbstständigkeit sieht das anders aus:

  • Du bekommst nur dann Mutterschaftsgeld, wenn du freiwillig gesetzlich krankenversichert bist – und auch nur in Höhe des Krankengeldes.
  • Elterngeld gibt’s auf Basis deines letzten Einkommensteuerbescheids.
  • Arbeitest du während des Elterngeldbezugs weiter, wird das angerechnet.
  • Du bist für dein Business weiterhin verantwortlich – auch mit Baby.

Klingt erstmal anstrengend, ist aber machbar. Wichtig ist: Frühzeitig informieren, planen und die Finanzierung entsprechend aufstellen.


2. Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es rund um Schwangerschaft und Elternzeit?

a) Elterngeld – auch für Selbstständige

Du bekommst Elterngeld, wenn du:

  • in den letzten 12 Monaten vor Geburt Einkommen hattest
  • deine Tätigkeit während des Elterngeldbezugs ruhen lässt oder max. 32 Stunden/Woche arbeitest
  • einen Steuerbescheid oder eine Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) vorlegen kannst

Tipp: Plane frühzeitig, wie du deinen Gewinn minimierst oder optimierst – denn das Elterngeld richtet sich nach dem durchschnittlichen Gewinn, nicht dem Umsatz.


b) Überbrückung durch Mikrokredite oder private Kredite

Wenn du vor oder während der Elternzeit eine Investition machen möchtest (z.?B. Online-Angebote aufbauen, Technik kaufen, Marketing), kann ein kleiner Kredit helfen.

Geeignet sind z.?B.:

  • Mikrokredit (1.000–25.000 Euro) von Anbietern wie iwoca, auxmoney oder Mikrokreditinstitut
  • Privater Ratenkredit, wenn dein Partner ein stabiles Einkommen hat und ggf. mit unterschreibt
  • Kreditplattformen, wo dein Projekt im Vordergrund steht – nicht nur dein aktuelles Einkommen

Wichtig: Zeige, wie du trotz reduzierter Arbeitszeit Einnahmen erzielst oder später wieder durchstartest.


c) Förderprogramme speziell für Gründerinnen und Wiedereinsteigerinnen

Viele Bundesländer und Städte fördern gezielt Frauen in der Selbstständigkeit – besonders beim Wiedereinstieg nach der Geburt.

Mögliche Angebote:

  • Coaching- oder Beratungsgutscheine
  • Zuschüsse für Gründung oder Investitionen
  • Netzwerke speziell für Unternehmerinnen mit Kindern

Anlaufstellen: IHK, Gründerzentren, Frauenbeauftragte, Bundesprogramme (z.?B. „Gründerinnenagentur“, BAFA)


3. Leasing statt Kredit – wenn du dein Business trotzdem weiterführen willst

Falls du während oder nach der Schwangerschaft z.?B. ein neues Arbeitsgerät brauchst (Laptop, Kamera, Software etc.), kann Leasing eine gute Alternative sein:

  • Keine hohe Einmalzahlung
  • Feste, überschaubare Monatsraten
  • Meist steuerlich absetzbar

So bleibst du arbeitsfähig, ohne deine Rücklagen zu verbrauchen oder Schulden aufzubauen.


4. Was du frühzeitig vorbereiten solltest

a) Einnahmen- und Ausgabenübersicht:
Plane für mindestens 12 Monate – wie hoch sind deine Fixkosten, welche Einnahmen erwartest du?

b) Rücklagen:
Versuche, möglichst vor der Geburt ein Polster für 3–6 Monate aufzubauen.

c) Plan B für dein Business:
Was passiert, wenn du plötzlich ausfällst? Gibt es einen Co-Coach, eine Assistentin, automatisierte Angebote?

d) Gespräche mit Kunden:
Gerade als Selbstständige:r ist Transparenz Gold wert. Wenn du kommunizierst, wann du verfügbar bist und wann nicht, bleiben viele Kund:innen treu.


5. Was du vermeiden solltest

Fehler 1: Alles laufen lassen wie bisher
Du brauchst Zeit für dich, das Baby und Erholung. Wenn du versuchst, Vollzeit weiterzuarbeiten, geht das meist auf Kosten deiner Gesundheit (oder deiner Familie).

Fehler 2: Keine Finanzierung planen
Selbst wenn du keinen Kredit brauchst – plane, wann welches Geld kommt und wie du Engpässe überbrückst.

Fehler 3: Zu spät um Unterstützung kümmern
Elterngeld, Förderungen und Kredite brauchen Vorlauf. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt.


Selbstständig mit Kind ist herausfordernd – aber absolut machbar

Du brauchst keine Konzernstruktur, um Schwangerschaft, Elternzeit und Selbstständigkeit unter einen Hut zu bringen. Aber du brauchst einen Plan – und manchmal ein bisschen externe Hilfe.

Ob durch Elterngeld, Mikrokredit, Leasing oder Förderung – es gibt Lösungen, die dich durch diese besondere Zeit bringen.

Ich ziehe den Hut vor allen, die diesen Weg gehen. Und ich weiß: Wer ein Business aufzieht und gleichzeitig ein Kind großzieht, schafft auch jede andere Herausforderung.

Wie hast du deine Elternzeit finanziell gemeistert? Oder stehst du gerade am Anfang dieser Reise? Ich freue mich, von dir zu hören.

Nebenjob oder Kredit? Was Selbstständige bei Liquiditätsengpässen wirklich weiterbringt

Hallo zusammen, Alex hier. Wenn du selbstständig bist, kennst du’s vielleicht: Ein größerer Kunde zahlt zu spät, zwei Aufträge verschieben sich, eine Rechnung vom Steuerberater flattert rein – und plötzlich wird’s finanziell eng.
In genau solchen Situationen habe ich mir oft dieselbe Frage gestellt: Hol ich mir einen Kredit, um die Lücke zu überbrücken – oder wäre ein Nebenjob die bessere Lösung?

In diesem Artikel nehme ich dich mit in meine Überlegungen, Erfahrungen und zeige dir, was wann Sinn macht – und worauf du besser verzichten solltest.


1. Der Klassiker: „Ich brauch jetzt schnell Geld“

Liquiditätsengpässe sind in der Selbstständigkeit keine Seltenheit. Die Ursachen:

  • Kunden zahlen spät oder gar nicht
  • Saisonabhängiges Geschäft (Sommer/Winter)
  • Unerwartete Ausgaben (Technik kaputt, Steuer-Vorauszahlung etc.)
  • Auftragslage bricht kurzfristig ein

Und genau in diesen Momenten neigt man zu Schnellschüssen. Dabei lohnt es sich, einmal kurz durchzuatmen – und dann sachlich zu entscheiden:

Kredit aufnehmen? Nebenjob annehmen? Rücklagen aufbrauchen? Projekt umstrukturieren?


2. Kredit – die schnelle Lösung mit langfristiger Bindung

Ein Kredit kann helfen, wenn du kurzfristig Luft brauchst – aber denk daran: Du verschiebst das Problem nicht nur, du musst es später auch zurückzahlen.

Vorteile:

  • Sofortige Liquidität
  • Flexibel einsetzbar (z.?B. für Fixkosten, Marketing, neue Anschaffungen)
  • Gute Konditionen bei Mikrokrediten oder Plattformen

Nachteile:

  • Zinskosten
  • Regelmäßige Raten – auch wenn es gerade schlecht läuft
  • Gefahr der Überschuldung, wenn du keinen konkreten Rückzahlungsplan hast

Wann sinnvoll?

  • Wenn du weißt, dass bald Geld reinkommt (z.?B. große Rechnung offen)
  • Wenn du in etwas investieren willst, das Ertrag bringt (z.?B. neue Website, Werbekampagne)
  • Wenn du keine Zeit für einen Nebenjob hast, weil du dein Business weiterführen musst

3. Nebenjob – der unterschätzte Rettungsanker

Ein Nebenjob als Selbstständiger? Klingt für manche wie ein Rückschritt – ist aber oft ein smarter Schachzug.

Vorteile:

  • Kein neues Darlehen, keine Schulden
  • Zusätzliche Sicherheit in Krisenzeiten
  • Kontakte, Struktur, neue Perspektiven

Nachteile:

  • Zeitverlust fürs Hauptgeschäft
  • Energie und Fokus wandern ab
  • Manche Kunden sehen’s kritisch, wenn du „noch was anderes machst“

Wann sinnvoll?

  • Wenn dein Business gerade wirklich auf Pause steht (z.?B. Saisonbetrieb)
  • Wenn du dir eine Grundlage schaffen willst, um langfristig entspannter zu arbeiten
  • Wenn du vermeiden willst, dich zu verschulden

Beispiele aus meiner Umgebung:

  • Grafikdesigner arbeitet 10 Stunden/Woche in einem Copyshop
  • Coach übernimmt vorübergehend einen Minijob im Lager
  • Texterin fährt samstags Lieferdienst, um Fixkosten zu decken

Manchmal reicht schon ein kleiner Nebenverdienst, um die schlimmsten Monate zu überstehen – und danach wieder mit voller Kraft in die Selbstständigkeit zu starten.


4. Kombination aus beiden: Warum entweder/oder nicht immer sinnvoll ist

Ich hab’s auch schon gemacht: einen kleinen Mikrokredit aufgenommen, um offene Rechnungen zu überbrücken – und parallel für drei Monate einen Werkvertrag angenommen.

So konnte ich meine Fixkosten decken, ohne mein Geschäft komplett auf Eis zu legen.

Wichtig ist:

  • Rechne sauber: Wie viel brauchst du wirklich – wie schnell kannst du es zurückzahlen?
  • Achte auf deine Zeit – überfordere dich nicht
  • Kommuniziere offen: Viele Kund:innen haben Verständnis, wenn du in der Krise pragmatisch agierst

5. Was du auf keinen Fall tun solltest

a) Schnellkredit ohne Plan aufnehmen
Kredite, die du „mal eben schnell“ aufnimmst, weil du gerade Panik hast, gehen fast immer nach hinten los – vor allem, wenn du keine klare Rückzahlungsstrategie hast.

b) Alles auf einmal machen
Tagsüber Nebenjob, abends Hauptgeschäft, zwischendrin Steuer, Haushalt und Familie – das geht nicht lange gut. Lieber einen klaren Plan mit Zeitpuffern machen.

c) Die Krise totschweigen
Rede mit deinem Steuerberater, mit der Bank, mit Partner:innen. Manchmal gibt es Lösungen (z.?B. Stundungen, Zwischenfinanzierungen), die du alleine gar nicht auf dem Schirm hast.


6. Fazit: Nebenjob oder Kredit – die Entscheidung liegt bei dir (und deiner Lage)

Beides kann sinnvoll sein – es kommt darauf an, wo du gerade stehst.

Kredit:
? Wenn du eine kurzfristige Lücke überbrücken oder gezielt investieren willst.
Nebenjob:
? Wenn du langfristig Sicherheit brauchst oder dein Geschäft gerade ruht.
Kombi:
? Wenn du beides gut organisieren kannst – und einen klaren Rückzahlungsplan hast.

Selbstständig zu sein heißt auch: Verantwortung übernehmen – für deine Einnahmen, deine Ausgaben und deine Energie. Ein Nebenjob ist keine Niederlage. Ein Kredit ist keine Schwäche. Beides sind Werkzeuge.

Die Kunst ist, sie zur richtigen Zeit zu nutzen.

Wie hast du Engpässe überbrückt? Kredit, Nebenjob oder ganz anders? Ich freue mich auf den Austausch.

Der erste Firmenwagen – So klappt die Finanzierung für Selbstständige

Hallo zusammen, Alex hier. Wenn du wie ich selbstständig bist und öfter mal von A nach B musst, kommt irgendwann der Moment: Ein Firmenwagen muss her. Ob für Kundentermine, Lieferfahrten oder einfach, weil der alte Privatwagen den Geist aufgibt – irgendwann reicht’s nicht mehr, alles mit dem Fahrrad oder der Bahn zu erledigen.
Aber ein Auto kostet. Und nicht jede*r hat mal eben 20.000 Euro auf der hohen Kante. Also stellt sich die Frage: Kaufen, leasen oder finanzieren? Und vor allem: Wie komme ich als Selbstständiger überhaupt an eine Finanzierung?

Ich hab’s hinter mir – und teile in diesem Artikel meine Erfahrungen, Tipps und die Stolperfallen, die du besser vermeiden solltest.


1. Auto im Unternehmen – privat oder betrieblich?

Bevor’s um Geld geht, solltest du klären: Wird das Fahrzeug betrieblich genutzt oder eher gemischt?

Option A: Privatfahrzeug mit betrieblicher Nutzung

  • Du nutzt dein eigenes Auto, setzt anteilig Kosten ab (z.?B. per Fahrtenbuch oder 0,30?€/km-Regelung)
  • Du bleibst flexibel, musst aber alles sauber dokumentieren

Option B: Firmenwagen

  • Das Fahrzeug gehört deinem Business
  • Du kannst viele Kosten direkt absetzen: Anschaffung, Reparaturen, Sprit, Versicherung
  • Wenn du’s auch privat nutzt, kommt die 1%-Regelung ins Spiel

Gerade wenn du viel unterwegs bist, lohnt sich Variante B oft mehr – und genau dann brauchst du eine vernünftige Finanzierung.


2. Welche Möglichkeiten zur Finanzierung gibt’s?

a) Autokredit für Selbstständige

Ein klassischer Ratenkredit – speziell für die Fahrzeugfinanzierung.

Merkmale:

  • Feste Laufzeit und gleichbleibende Raten
  • Fahrzeug gehört dir (oder deinem Unternehmen) nach der letzten Rate
  • Du kannst es abschreiben und als Firmenwert verbuchen

Was du brauchst:

  • Nachweis über deine Einkünfte (z.?B. EÜR oder BWA)
  • Kontoauszüge oder Steuerbescheide
  • Angaben zur gewünschten Finanzierungssumme und Laufzeit

Vorteil: Planungssicherheit – und das Auto gehört am Ende dir.


b) Leasing für Selbstständige

Leasing ist besonders beliebt bei Selbstständigen – und das aus gutem Grund.

Vorteile:

  • Geringe monatliche Raten
  • Liquidität bleibt erhalten
  • Oft steuerlich vollständig absetzbar
  • Technisch immer auf dem neuesten Stand, da du regelmäßig wechseln kannst

Aber: Das Fahrzeug gehört dir nie. Und nach Vertragsende hast du entweder die Option auf Kauf – oder gibst es zurück.

Wichtig: Anbieter prüfen auch hier deine Bonität und deine Einnahmen. Als frisch Selbstständiger brauchst du mitunter etwas Überzeugungskraft oder eine gute Hausbank im Rücken.


c) Ballonfinanzierung

Eine Mischung aus Leasing und klassischem Kredit: Du zahlst kleine Raten, am Ende kommt eine größere Schlussrate („Ballon“).

Vorteil:

  • Niedrige Belastung in den ersten Jahren
    Nachteil:
  • Am Ende musst du die große Schlusszahlung leisten – oder weiterfinanzieren

Diese Variante eignet sich, wenn du weißt, dass dein Einkommen in den kommenden Jahren steigen wird – z.?B. weil dein Business wächst oder neue Kunden bereits in Sicht sind.


d) Kredit über Plattformen oder Mikrokreditanbieter

Wenn die klassische Bank ablehnt – etwa wegen schwankender Einnahmen oder kurzer Selbstständigkeit – kannst du auch über alternative Anbieter gehen:

  • Auxmoney
  • Funding Circle
  • Iwoca
  • Deutsches Mikrokreditinstitut

Diese prüfen oft individueller und sind eher bereit, auch kleinen Unternehmen unter die Arme zu greifen.

Aber: Die Zinsen können etwas höher liegen – rechne also gut nach, ob es sich lohnt.


3. Worauf achten Banken und Anbieter besonders?

  • Dauer deiner Selbstständigkeit: Unter 12 Monaten wird’s schwer – aber nicht unmöglich
  • Einnahmen der letzten Monate oder Jahre: Regelmäßigkeit zählt mehr als absolute Höhe
  • Bonität (Schufa): Saubere Einträge, keine Mahnverfahren
  • Verwendungszweck: Wenn du konkret erklärst, wofür du das Auto brauchst, wirkt das professioneller

Tipp: Bereite eine einfache Übersicht deiner geschäftlichen Nutzung vor – z.?B. wie viele Fahrten du im Monat machst, wozu du das Fahrzeug brauchst etc.


4. Steuerliche Vorteile nicht vergessen

Wenn du das Auto geschäftlich nutzt, kannst du viele Kosten steuerlich absetzen:

  • Leasingraten oder Zinsen bei Finanzierung
  • Abschreibungen bei Kauf
  • Reparaturen, Sprit, Wartung, Kfz-Versicherung
  • Kfz-Steuer

Wichtig: Die genaue Regelung hängt davon ab, wie viel du privat mit dem Auto fährst. Ein Fahrtenbuch kann helfen, Diskussionen mit dem Finanzamt zu vermeiden.


5. Fehler vermeiden – das solltest du nicht tun

Fehler 1: Auto über Privatkredit finanzieren und dann geschäftlich nutzen
Dann kannst du die Raten nicht steuerlich absetzen – und musst trotzdem alle Kosten tragen.

Fehler 2: Zu hohe Rate wählen
Plane lieber konservativ – dein Einkommen schwankt, das ist normal als Selbstständiger.

Fehler 3: Ohne Beratung losziehen
Sprich vorher mit deiner Steuerberaterin oder deinem Steuerberater – gerade bei der Entscheidung „Kauf oder Leasing“ lohnt sich der fachliche Blick.


6. Fazit: Der Firmenwagen ist finanzierbar – wenn du es durchdacht angehst

Als Selbstständiger kommst du auch ohne großes Unternehmen an ein Auto – sei es per Kredit, Leasing oder alternative Finanzierung.

Wichtig ist:

  • Rechne ehrlich, was du dir leisten kannst
  • Wähle die Finanzierungsform, die zu deinem Geschäft passt
  • Nutze die steuerlichen Vorteile
  • Vermeide Schuldenfallen durch überzogene Erwartungen

Ich selbst fahre heute ein solides, gebrauchtes Fahrzeug, das ich damals über einen kleinen Kredit finanziert habe. Keine Luxuskarre – aber zuverlässig. Und am wichtigsten: Meins.

Wie hast du deinen Firmenwagen finanziert? Oder steht die Entscheidung noch an? Schreib mir – ich freu mich auf den Austausch.

Selbstständig in der Krise – Finanzierung sichern, wenn es eng wird

Hallo zusammen, Alex hier. Wenn du selbstständig bist, kennst du das: Mal läuft’s richtig gut, dann kommt plötzlich ein Einbruch. Ein großer Auftrag platzt, ein Kunde zahlt nicht, ein Projekt wird verschoben – oder wie bei mir damals: Eine Kombination aus allem gleichzeitig.
Ich erinnere mich noch an das mulmige Gefühl, als ich merkte, dass das Geschäft nicht wie gewohnt weiterlief – und trotzdem Miete, Versicherungen und Rechnungen fällig wurden. In solchen Momenten braucht man schnell Geld. Aber genau dann winken viele Banken ab.

In diesem Artikel zeige ich dir, welche Möglichkeiten du als Selbstständiger in einer wirtschaftlich schwierigen Phase hast, um deine Liquidität zu sichern – sei es mit Kredit, alternativen Finanzierungen oder cleverem Krisenmanagement.


1. Erste Hilfe bei akutem Liquiditätsengpass

Bevor du dich um einen Kredit bemühst, solltest du deine aktuelle Lage ganz nüchtern analysieren. Das fällt in der Krise schwer, aber es ist wichtig.

Fragen, die du dir stellen solltest:

  • Wie viel Geld fehlt konkret – und wofür?
  • Welche Einnahmen sind sicher, welche unsicher?
  • Welche Ausgaben kannst du aufschieben oder senken?
  • Gibt es Rücklagen, auf die du kurzfristig zugreifen kannst?

Ein offener Überblick über Einnahmen, Ausgaben und Liquidität zeigt dir, wie viel du wirklich brauchst – und wie dringend.


2. Möglichkeiten für kurzfristige Finanzierung

a) Kontokorrentkredit / Dispo fürs Geschäftskonto

Wenn du ein Geschäftskonto hast, frag nach einem kurzfristigen Überziehungsrahmen.

  • Flexibel verfügbar
  • Zinsen nur für den genutzten Betrag
  • Oft innerhalb von 24–48 Stunden eingerichtet

Voraussetzung: Du solltest in der Vergangenheit bereits regelmäßige Geldeingänge auf dem Konto gehabt haben.


b) Mikrokredit für Selbstständige

Klein, schnell, zweckgebunden – ideal für akute Engpässe.

  • 1.000 bis 25.000 Euro
  • Meist keine klassischen Sicherheiten nötig
  • Anbieter: Deutsches Mikrokreditinstitut, iwoca, auxmoney

Wichtig: Zeig, wie du mit dem Kredit die Krise überbrücken und wieder in den grünen Bereich kommen willst.


c) Kreditplattformen (auxmoney, Funding Circle)

Auch wenn klassische Banken ablehnen, kannst du über Plattformen mit privaten Investoren arbeiten.

  • Kredit trotz schwächerer Bonität möglich
  • Fokus liegt auch auf deiner Geschichte und deinem Vorhaben
  • Ideal, wenn du wieder auf Kurs bist, aber kurzfristig Luft brauchst

d) Factoring

Wenn du Rechnungen offen hast, die aber erst in ein paar Wochen bezahlt werden, kannst du sie verkaufen.

  • Sofortige Liquidität
  • Kein Kredit, sondern Rechnungsvorfinanzierung
  • Du zahlst eine kleine Gebühr (meist 1–5 % der Summe)

Voraussetzung: Du arbeitest mit Geschäftskunden (B2B), nicht nur mit Privatkunden.


3. Öffentliche Unterstützungsangebote prüfen

Je nach Branche und Bundesland gibt es Förderungen, Zuschüsse oder Überbrückungshilfen. Auch das Jobcenter kann manchmal helfen – ja, auch für Selbstständige.

Mögliche Anlaufstellen:

  • KfW-Schnellkredite (je nach Marktlage)
  • Bürgschaftsbanken der Länder
  • Landesförderinstitute (z.?B. NRW.Bank, LfA Bayern, ILB Brandenburg)
  • Agentur für Arbeit (z.?B. Einstiegsgeld, ALG II-Ergänzung)

Wichtig: Diese Angebote ändern sich regelmäßig – also immer aktuell informieren.


4. Was du intern sofort tun kannst

Kosten runterfahren

  • Fixkosten prüfen: Miete, Versicherungen, Abos
  • Mit Lieferanten, Vermietern und Dienstleistern über Stundungen oder Raten sprechen
  • Nicht notwendige Investitionen verschieben

Zahlungseingänge beschleunigen

  • Offene Rechnungen aktiv nachverfolgen
  • Abschlagszahlungen vereinbaren
  • Frühzahlungsrabatte für Kunden anbieten

Umsatzlücken schließen

  • Kleine Zusatzangebote schaffen (z.?B. Online-Beratungen, Expressleistungen)
  • Gutscheinaktionen starten
  • Stammkunden direkt ansprechen

5. Was du bei Krediten in der Krise beachten musst

a) Keine Schnellschüsse
Nicht jeder Kredit hilft wirklich. Überlege, ob du den Kredit zurückzahlen kannst – und wie. Nicht selten verschiebt man mit einem unpassenden Kredit das Problem nur.

b) Ehrlich mit der Situation umgehen
Beschönigungen bringen nichts. Wenn du zeigst, dass du einen Plan hast, wie du wieder auf die Beine kommst, sind viele Kreditgeber eher bereit, dich zu unterstützen.

c) Klein anfangen
Lieber einen kleinen Kredit, der machbar ist, als eine große Summe, die dich später überfordert.


6. Langfristig gestärkt aus der Krise kommen

Krisen gehören zur Selbstständigkeit. Aber du kannst daraus lernen – und dein Business krisenfester machen.

Meine Learnings aus der Vergangenheit:

  • Rücklagen aufbauen, sobald es besser läuft
  • Einnahmen diversifizieren – nicht nur auf einen Kunden verlassen
  • Fixkosten gering halten, wo immer möglich
  • Frühzeitig auf Liquiditätsengpässe reagieren

7. Fazit: Auch in der Krise gibt es Wege – du musst sie nur kennen

Die meisten Selbstständigen erleben irgendwann eine Phase, in der es eng wird. Das ist nicht das Ende – sondern der Moment, in dem du kreativ, strategisch und mutig handeln musst.

Ob über Mikrokredit, Plattformen, Factoring oder Unterstützung durch Förderinstitute – es gibt Lösungen. Wichtig ist, dass du aktiv bleibst, deine Zahlen kennst und nicht in Schockstarre verfällst.

Ich hab’s selbst erlebt – mehr als einmal. Und genau deshalb kann ich dir sagen: Man kommt da wieder raus.

Wie hast du schwierige Phasen überstanden? Oder steckst du gerade mittendrin? Ich bin gespannt auf deinen Weg.