Hallo zusammen, Alex hier. Wenn du wie ich selbstständig bist und öfter mal von A nach B musst, kommt irgendwann der Moment: Ein Firmenwagen muss her. Ob für Kundentermine, Lieferfahrten oder einfach, weil der alte Privatwagen den Geist aufgibt – irgendwann reicht’s nicht mehr, alles mit dem Fahrrad oder der Bahn zu erledigen.
Aber ein Auto kostet. Und nicht jede*r hat mal eben 20.000 Euro auf der hohen Kante. Also stellt sich die Frage: Kaufen, leasen oder finanzieren? Und vor allem: Wie komme ich als Selbstständiger überhaupt an eine Finanzierung?
Ich hab’s hinter mir – und teile in diesem Artikel meine Erfahrungen, Tipps und die Stolperfallen, die du besser vermeiden solltest.
1. Auto im Unternehmen – privat oder betrieblich?
Bevor’s um Geld geht, solltest du klären: Wird das Fahrzeug betrieblich genutzt oder eher gemischt?
Option A: Privatfahrzeug mit betrieblicher Nutzung
- Du nutzt dein eigenes Auto, setzt anteilig Kosten ab (z.?B. per Fahrtenbuch oder 0,30?€/km-Regelung)
- Du bleibst flexibel, musst aber alles sauber dokumentieren
Option B: Firmenwagen
- Das Fahrzeug gehört deinem Business
- Du kannst viele Kosten direkt absetzen: Anschaffung, Reparaturen, Sprit, Versicherung
- Wenn du’s auch privat nutzt, kommt die 1%-Regelung ins Spiel
Gerade wenn du viel unterwegs bist, lohnt sich Variante B oft mehr – und genau dann brauchst du eine vernünftige Finanzierung.
2. Welche Möglichkeiten zur Finanzierung gibt’s?
a) Autokredit für Selbstständige
Ein klassischer Ratenkredit – speziell für die Fahrzeugfinanzierung.
Merkmale:
- Feste Laufzeit und gleichbleibende Raten
- Fahrzeug gehört dir (oder deinem Unternehmen) nach der letzten Rate
- Du kannst es abschreiben und als Firmenwert verbuchen
Was du brauchst:
- Nachweis über deine Einkünfte (z.?B. EÜR oder BWA)
- Kontoauszüge oder Steuerbescheide
- Angaben zur gewünschten Finanzierungssumme und Laufzeit
Vorteil: Planungssicherheit – und das Auto gehört am Ende dir.
b) Leasing für Selbstständige
Leasing ist besonders beliebt bei Selbstständigen – und das aus gutem Grund.
Vorteile:
- Geringe monatliche Raten
- Liquidität bleibt erhalten
- Oft steuerlich vollständig absetzbar
- Technisch immer auf dem neuesten Stand, da du regelmäßig wechseln kannst
Aber: Das Fahrzeug gehört dir nie. Und nach Vertragsende hast du entweder die Option auf Kauf – oder gibst es zurück.
Wichtig: Anbieter prüfen auch hier deine Bonität und deine Einnahmen. Als frisch Selbstständiger brauchst du mitunter etwas Überzeugungskraft oder eine gute Hausbank im Rücken.
c) Ballonfinanzierung
Eine Mischung aus Leasing und klassischem Kredit: Du zahlst kleine Raten, am Ende kommt eine größere Schlussrate („Ballon“).
Vorteil:
- Niedrige Belastung in den ersten Jahren
Nachteil: - Am Ende musst du die große Schlusszahlung leisten – oder weiterfinanzieren
Diese Variante eignet sich, wenn du weißt, dass dein Einkommen in den kommenden Jahren steigen wird – z.?B. weil dein Business wächst oder neue Kunden bereits in Sicht sind.
d) Kredit über Plattformen oder Mikrokreditanbieter
Wenn die klassische Bank ablehnt – etwa wegen schwankender Einnahmen oder kurzer Selbstständigkeit – kannst du auch über alternative Anbieter gehen:
- Auxmoney
- Funding Circle
- Iwoca
- Deutsches Mikrokreditinstitut
Diese prüfen oft individueller und sind eher bereit, auch kleinen Unternehmen unter die Arme zu greifen.
Aber: Die Zinsen können etwas höher liegen – rechne also gut nach, ob es sich lohnt.
3. Worauf achten Banken und Anbieter besonders?
- Dauer deiner Selbstständigkeit: Unter 12 Monaten wird’s schwer – aber nicht unmöglich
- Einnahmen der letzten Monate oder Jahre: Regelmäßigkeit zählt mehr als absolute Höhe
- Bonität (Schufa): Saubere Einträge, keine Mahnverfahren
- Verwendungszweck: Wenn du konkret erklärst, wofür du das Auto brauchst, wirkt das professioneller
Tipp: Bereite eine einfache Übersicht deiner geschäftlichen Nutzung vor – z.?B. wie viele Fahrten du im Monat machst, wozu du das Fahrzeug brauchst etc.
4. Steuerliche Vorteile nicht vergessen
Wenn du das Auto geschäftlich nutzt, kannst du viele Kosten steuerlich absetzen:
- Leasingraten oder Zinsen bei Finanzierung
- Abschreibungen bei Kauf
- Reparaturen, Sprit, Wartung, Kfz-Versicherung
- Kfz-Steuer
Wichtig: Die genaue Regelung hängt davon ab, wie viel du privat mit dem Auto fährst. Ein Fahrtenbuch kann helfen, Diskussionen mit dem Finanzamt zu vermeiden.
5. Fehler vermeiden – das solltest du nicht tun
Fehler 1: Auto über Privatkredit finanzieren und dann geschäftlich nutzen
Dann kannst du die Raten nicht steuerlich absetzen – und musst trotzdem alle Kosten tragen.
Fehler 2: Zu hohe Rate wählen
Plane lieber konservativ – dein Einkommen schwankt, das ist normal als Selbstständiger.
Fehler 3: Ohne Beratung losziehen
Sprich vorher mit deiner Steuerberaterin oder deinem Steuerberater – gerade bei der Entscheidung „Kauf oder Leasing“ lohnt sich der fachliche Blick.
6. Fazit: Der Firmenwagen ist finanzierbar – wenn du es durchdacht angehst
Als Selbstständiger kommst du auch ohne großes Unternehmen an ein Auto – sei es per Kredit, Leasing oder alternative Finanzierung.
Wichtig ist:
- Rechne ehrlich, was du dir leisten kannst
- Wähle die Finanzierungsform, die zu deinem Geschäft passt
- Nutze die steuerlichen Vorteile
- Vermeide Schuldenfallen durch überzogene Erwartungen
Ich selbst fahre heute ein solides, gebrauchtes Fahrzeug, das ich damals über einen kleinen Kredit finanziert habe. Keine Luxuskarre – aber zuverlässig. Und am wichtigsten: Meins.
Wie hast du deinen Firmenwagen finanziert? Oder steht die Entscheidung noch an? Schreib mir – ich freu mich auf den Austausch.