Freiberufler und Kredit – Wie du als Freier an eine Finanzierung kommst

Hallo zusammen, Alex hier. Als Freiberufler hat man viele Freiheiten – aber auch ein paar Nachteile. Einer davon: Es ist oft gar nicht so leicht, einen Kredit zu bekommen. Banken sind bei Freiberuflern vorsichtig, weil es kein festes Gehalt gibt und Einnahmen schwanken können.

Doch keine Sorge: Auch als Freiberufler kannst du einen Kredit bekommen – wenn du weißt, wie du dich und dein Business richtig präsentierst. In diesem Artikel zeige ich dir, worauf Banken achten, welche Kredite infrage kommen und welche Alternativen es gibt.


1. Wer gilt überhaupt als Freiberufler?

Nicht jeder Selbstständige ist automatisch Freiberufler. In Deutschland zählen dazu bestimmte Berufe, die im Einkommensteuergesetz geregelt sind.

Typische Freiberufler sind:

  • Ärzte, Zahnärzte, Heilpraktiker
  • Rechtsanwälte, Steuerberater, Notare
  • Journalisten, Texter, Übersetzer
  • Designer, Fotografen, Künstler
  • Ingenieure, Architekten, IT-Berater

Freiberufler müssen kein Gewerbe anmelden und zahlen in der Regel keine Gewerbesteuer.


2. Warum tun sich Banken mit Freiberuflern schwer?

Der Hauptgrund: Banken haben bei Freiberuflern keine festen Gehaltsnachweise, auf die sie sich stützen können. Stattdessen schwanken die Einnahmen – je nach Auftragslage oder Saison.

Weitere Gründe für Skepsis:

  • Fehlende Sicherheiten wie Immobilien oder Rücklagen
  • Keine langfristigen Kundenverträge
  • Geringe Geschäftshistorie, besonders bei jungen Freiberuflern
  • Mangelnde oder unvollständige Buchhaltung

Das bedeutet aber nicht, dass eine Finanzierung ausgeschlossen ist – man muss nur wissen, wie man ansetzt.


3. Diese Unterlagen solltest du bereithalten

Wenn du als Freiberufler einen Kredit beantragst, solltest du dich gut vorbereiten.

Wichtige Unterlagen:

  • Die letzten zwei bis drei Steuerbescheide
  • Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) oder betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA)
  • Kontoauszüge der letzten Monate (privat und beruflich)
  • Nachweise über laufende Aufträge oder Verträge
  • Eine Übersicht über deine monatlichen Fixkosten und Rücklagen

Je besser du vorbereitet bist, desto größer ist die Chance, dass dein Antrag ernst genommen wird.


4. Welche Kredite sind für Freiberufler geeignet?

a) Ratenkredit bei einer Bank

Auch als Freiberufler kannst du einen klassischen Ratenkredit beantragen – allerdings prüfen Banken genauer. Wichtig ist, dass du eine gute Bonität und eine stabile Einkommenslage nachweisen kannst.

Tipp: Am besten bei einer Bank anfragen, bei der du bereits Kunde bist. Dort kennt man deine Kontobewegungen.

b) KfW-Kredit – staatlich gefördert

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau bietet Förderkredite für Selbstständige und Freiberufler an.

Beispielprogramme:

  • ERP-Gründerkredit – Startgeld (für Freiberufler in den ersten fünf Jahren)
  • KfW-Unternehmerkredit (für etablierte Freiberufler)

Wichtig: Die KfW vergibt keine Kredite direkt. Du musst den Antrag über deine Hausbank stellen.

c) Kreditplattformen (auxmoney, Smava)

Plattformen wie auxmoney oder Smava bieten Kredite über private Investoren an.

Vorteile:

  • Auch mit schwankendem Einkommen möglich
  • Weniger starre Anforderungen als klassische Banken
  • Oft schnellere Zusage

Nachteile:

  • Zinsen sind meist etwas höher

Diese Plattformen sind besonders geeignet, wenn du keinen Zugang zu klassischen Bankkrediten bekommst.

d) Mikrokredit – für kleine Summen

Falls du nur eine überschaubare Summe brauchst (bis 25.000 Euro), kann ein Mikrokredit eine gute Alternative sein.

Beispielanbieter:

  • Deutsches Mikrokreditinstitut
  • Iwoca

Der Vorteil: Es wird weniger streng geprüft. Der Nachteil: Die Laufzeit ist kürzer und die Zinsen können höher sein.


5. Alternativen zum Kredit

Falls du keinen Kredit bekommst oder vermeiden willst, dich zu verschulden, gibt es Alternativen.

a) Leasing statt Kredit

Wenn du z.?B. Technik oder ein Fahrzeug brauchst, musst du nicht kaufen – du kannst auch leasen.

Vorteile:

  • Keine hohe Anfangsinvestition
  • Fixe monatliche Raten
  • Steuerlich absetzbar

b) Factoring – Rechnungen verkaufen

Wenn du viel für Geschäftskunden arbeitest, kannst du offene Rechnungen verkaufen und sofort Liquidität erhalten.

So funktioniert es:

  • Du schreibst eine Rechnung an deinen Kunden
  • Ein Factoring-Anbieter zahlt dir sofort das Geld
  • Der Kunde zahlt später an den Anbieter

Das bringt dir schnelle Liquidität – ohne Kreditvertrag.

c) Crowdfunding oder Business Angel

Falls du eine kreative oder technische Geschäftsidee hast, kannst du über Crowdfunding-Plattformen oder Investoren Geld einsammeln.

Geeignet für:

  • Produkte mit Innovationspotenzial
  • Projekte mit starker Zielgruppe oder Community

Plattformen:

  • Startnext
  • Kickstarter

6. Fehler, die du vermeiden solltest

Zu viele Kreditanfragen gleichzeitig stellen: Jede Anfrage wird in der Schufa vermerkt. Viele Anfragen in kurzer Zeit senken deinen Score.

Keine saubere Trennung zwischen beruflich und privat: Du solltest ein separates Geschäftskonto führen, um Einnahmen und Ausgaben sauber zu dokumentieren.

Unrealistische Angaben machen: Wenn deine Einnahmen zu optimistisch kalkuliert sind, merkt das die Bank schnell – und lehnt ab.


7. Fazit: Auch Freiberufler können Kredite bekommen – mit der richtigen Strategie

Wenn du als Freiberufler einen Kredit brauchst, ist gute Vorbereitung alles.

  • Sammle alle relevanten Unterlagen
  • Zeige deine Einnahmen der letzten Jahre nachvollziehbar auf
  • Suche gezielt nach Angeboten, die auf Selbstständige zugeschnitten sind
  • Prüfe Alternativen wie Leasing, Factoring oder Kreditplattformen

Auch ohne festes Gehalt kannst du eine Finanzierung bekommen – du musst nur wissen, wie du dich der Bank präsentierst.

Hast du schon Erfahrungen mit Krediten als Freiberufler gemacht? Ich freue mich auf den Austausch.

 

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