Hallo zusammen, Alex hier. Wer gründet, hat meistens mehr Ideen als Kapital. So war es bei mir auch. Die Motivation ist groß, der Businessplan steht (meistens zumindest), aber für den ersten großen Schritt fehlt das Geld.
Ein Büro, Ausstattung, Website, Werbung, vielleicht ein Fahrzeug – all das kostet. Doch wie kommt man als Gründer an einen Kredit? In diesem Artikel zeige ich dir, welche Finanzierungen es für Selbstständige in der Gründungsphase gibt, worauf Banken achten und welche Alternativen du als Gründer kennen solltest.
1. Kredit für Gründer – geht das überhaupt ohne Umsatz?
Kurz gesagt: Ja, aber du musst mehr Überzeugungsarbeit leisten als jemand, der schon drei Jahre selbstständig ist.
Banken und Kreditgeber wollen wissen, dass dein Vorhaben realistisch ist. Wenn du noch keinen Umsatz hast, kommt es auf andere Dinge an:
- Deine berufliche Qualifikation
- Deinen Businessplan
- Den Kapitalbedarf und wofür du ihn brauchst
- Deine private Bonität
- Ob du Sicherheiten einbringen kannst
Je besser du vorbereitet bist, desto höher die Chance auf eine Zusage.
2. Die wichtigsten Kreditarten für Gründer im Überblick
a) KfW-Gründerkredit – StartGeld
Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) bietet das bekannteste Kreditprogramm für Gründer.
- Bis zu 125.000 Euro Finanzierung
- Niedrige Zinsen und lange Laufzeit (bis zu 10 Jahre)
- Auch ohne Eigenkapital möglich
- Auch für nebenberufliche Gründungen nutzbar
Wichtig: Du brauchst einen Businessplan, eine Umsatz- und Rentabilitätsvorschau und musst den Antrag über eine Hausbank stellen.
b) ERP-Kapital für Gründung (eigenkapitalähnlich)
Dieses KfW-Programm ist besonders interessant, wenn du wenig Eigenkapital hast.
- Bis zu 500.000 Euro möglich
- 100 % Haftungsfreistellung für die Bank
- Zinsgünstig und tilgungsfrei in den ersten Jahren
Auch hier gilt: Antrag nur über die Bank, gute Vorbereitung erforderlich.
c) Gründerkredit über die Hausbank
Manche Banken vergeben auch eigene Gründungskredite, unabhängig von der KfW.
Voraussetzungen:
- Du bringst etwas Eigenkapital mit
- Du hast einen überzeugenden Businessplan
- Du kannst Sicherheiten vorweisen (z.?B. private Rücklagen, Bürgschaften)
Tipp: Persönlicher Kontakt bei der Hausbank kann helfen. Je besser dich der Bankberater kennt, desto besser stehen die Chancen.
d) Mikrokredite für Gründer
Wenn du nur eine kleinere Summe brauchst – zum Beispiel für Material, Technik oder die erste Website – kann ein Mikrokredit sinnvoll sein.
- Kredite zwischen 1.000 und 25.000 Euro
- Weniger bürokratisch als KfW
- Oft schon mit wenigen Unterlagen möglich
Anbieter sind etwa das Deutsche Mikrokreditinstitut, Iwoca oder auxmoney.
Mikrokredite sind ideal, wenn du ohne Sicherheiten oder großes Startkapital loslegen willst.
e) Kreditplattformen (z.?B. auxmoney, Funding Circle)
Hier bekommst du deinen Kredit nicht von einer Bank, sondern von privaten oder institutionellen Investoren.
Vorteile:
- Auch bei schwacher Bonität oder ohne Umsatz möglich
- Weniger formale Anforderungen
- Schnelle Entscheidung
Aber: Die Zinsen können deutlich höher sein als bei Förderkrediten. Und du musst dein Projekt gut erklären können.
3. Was brauchst du für einen erfolgreichen Kreditantrag als Gründer?
Auch wenn du noch keinen Umsatz hast, kannst du mit guten Argumenten überzeugen. Was zählt:
- Businessplan: Klar strukturiert, verständlich und ehrlich. Zeige, wie du Geld verdienen willst, wer deine Zielgruppe ist, und warum deine Idee funktioniert.
- Kapitalbedarfsplanung: Zeige auf, wie viel du wirklich brauchst und wofür genau (z.?B. Büro, Geräte, Marketing).
- Umsatz- und Ertragsvorschau: Keine Luftschlösser, sondern realistische Annahmen für die nächsten 1–3 Jahre.
- Lebenslauf und fachliche Qualifikation: Zeig, warum du der oder die Richtige für dieses Projekt bist.
- Private Bonität: Gerade am Anfang zählt auch, ob du deine privaten Finanzen im Griff hast (z.?B. Schufa-Auskunft, Haushaltsrechnung).
4. Was tun, wenn die Bank ablehnt?
Es kann passieren – vor allem, wenn du noch keine Geschäftshistorie oder Sicherheiten hast. Aber es gibt Alternativen:
- Bürgschaftsbanken: Diese übernehmen bis zu 80 % des Kreditrisikos, wenn dir Sicherheiten fehlen. Fast jedes Bundesland hat eine eigene Bürgschaftsbank.
- Privatdarlehen: Vielleicht hilft dir jemand aus dem privaten Umfeld – mit klarer vertraglicher Regelung.
- Crowdfunding: Falls du ein innovatives oder kreatives Projekt hast, kannst du über Plattformen wie Startnext oder Kickstarter starten.
- Bootstrapping: Falls du keine Fremdfinanzierung bekommst, kann es sinnvoll sein, mit sehr geringem Startbudget zu starten und die Gewinne sofort wieder zu reinvestieren.
5. Fazit: Auch ohne Umsatz ist eine Finanzierung möglich – mit der richtigen Vorbereitung
Als Gründer einen Kredit zu bekommen, ist nicht unmöglich – aber du musst überzeugen.
Was wirklich zählt:
- Ein durchdachter Plan
- Realistische Zahlen
- Eine nachvollziehbare Verwendung der Kreditsumme
- Und im besten Fall: deine eigene Überzeugung und ein bisschen Hartnäckigkeit
Die Gründungsphase ist herausfordernd – aber mit den richtigen Finanzierungsbausteinen kannst du dein Unternehmen solide aufstellen.
Wie hast du deinen Start finanziert? Oder stehst du gerade am Anfang? Ich freue mich auf deine Erfahrungen.