Hallo zusammen, Alex hier. Viele starten ihre Selbstständigkeit nebenbei – neben dem Hauptjob, dem Studium oder der Elternzeit. Ich war damals auch einer von ihnen: Tagsüber angestellt, abends am Rechner die ersten Kunden betreut.
Das hat Vorteile: Du gehst kein großes Risiko ein, hast ein sicheres Einkommen, und kannst deine Geschäftsidee in Ruhe testen. Aber sobald es ums Geld geht – zum Beispiel für eine Investition oder den nächsten Wachstumsschritt – merkst du schnell: Als Nebenerwerbs-Selbstständiger wirst du bei vielen Banken eher skeptisch beäugt.
In diesem Artikel zeige ich dir, wie du trotzdem an einen Kredit kommst, worauf du achten musst und welche Finanzierungsarten für dich passen könnten.
1. Was zählt als Nebenerwerb?
Als nebenberuflich selbstständig giltst du, wenn du:
- weniger als 18–20 Stunden pro Woche im eigenen Business arbeitest
- noch eine hauptberufliche Tätigkeit hast (z.?B. Angestelltenjob oder Studium)
- dein Haupteinkommen aktuell nicht aus der Selbstständigkeit stammt
Für Banken ist das zunächst kein Nachteil – im Gegenteil. Dein festes Einkommen aus dem Hauptjob kann deine Bonität sogar verbessern. Trotzdem gibt’s ein paar Besonderheiten bei der Finanzierung.
2. Die Hürden bei Krediten im Nebenerwerb
Auch wenn du angestellt bist, kann es bei der Kreditvergabe haken – vor allem, wenn du den Kredit im Namen deines Nebengewerbes aufnehmen willst.
Typische Herausforderungen:
- Unklare Trennung zwischen privat und geschäftlich
- Geringer oder noch schwankender Umsatz im Nebengewerbe
- Keine aussagekräftige Buchführung oder Umsatzübersicht
- Kein klares Wachstumskonzept
Die Lösung: Du brauchst saubere Zahlen, einen konkreten Verwendungszweck und am besten einen Mix aus Einkommensquellen.
3. Diese Kreditarten sind für dich interessant
a) Ratenkredit über dein privates Einkommen
Der einfachste Weg: Du nutzt dein Gehalt als Grundlage und nimmst einen klassischen Ratenkredit auf – ganz ohne das Nebengewerbe groß in den Fokus zu rücken.
Vorteile:
- Schnelle Bearbeitung
- Gute Konditionen bei festem Job
- Kein Businessplan nötig
Nachteile:
- Nur für private Anschaffungen geeignet – offiziell jedenfalls
- Sollte nur genutzt werden, wenn du die Rückzahlung mit dem Gehalt stemmen kannst
b) Mikrokredit für kleine Investitionen im Nebengewerbe
Wenn du gezielt für dein Business Geld brauchst – etwa für Material, Ausstattung oder Marketing – ist ein Mikrokredit besser geeignet.
Merkmale:
- 1.000 bis 25.000 Euro
- Fokus auf Selbstständige mit kleinerem Kapitalbedarf
- Weniger strenge Anforderungen an Bonität und Sicherheit
Anbieter:
- Deutsches Mikrokreditinstitut
- iwoca
- auxmoney
Tipp: Auch im Nebenerwerb solltest du eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder eine einfache Umsatzübersicht vorlegen können.
c) KfW-Gründerkredit – auch für Teilzeitgründungen
Der ERP-Gründerkredit – StartGeld der KfW kann auch im Nebenerwerb beantragt werden, sofern du planst, das Business mittelfristig auszubauen.
Voraussetzungen:
- Du bist nicht länger als 5 Jahre selbstständig
- Du hast einen soliden Businessplan und einen konkreten Finanzierungsbedarf
- Du stellst den Antrag über eine Hausbank
Vorteil: günstige Zinsen, lange Laufzeiten, oft ohne Sicherheiten möglich. Aber: Etwas mehr Papierkram als bei Mikrokrediten.
d) Kreditplattformen (P2P)
Wenn klassische Banken ablehnen, kann eine Finanzierung über Plattformen wie auxmoney oder Smava eine gute Alternative sein.
Hier zählt:
- Deine persönliche Geschichte
- Deine Kombination aus Gehalt und selbstständigem Einkommen
- Dein Plan, wie du das Business weiterentwickelst
Auch als Nebenerwerbler hast du hier Chancen – vor allem, wenn du regelmäßig Einnahmen aus deiner Selbstständigkeit nachweisen kannst.
4. Was du bei der Antragstellung beachten solltest
- Trennung von privat und geschäftlich: Auch im Nebengewerbe solltest du ein separates Geschäftskonto führen und deine Einnahmen dokumentieren.
- Keine falschen Angaben: Wenn du einen privaten Kredit beantragst, aber damit dein Business finanzieren willst, solltest du das ehrlich einordnen – sonst gibt’s Ärger bei Rückfragen.
- Verwendungszweck klar formulieren: Ob Website, Arbeitsmittel oder Marketing – je konkreter dein Plan, desto besser kommt er an.
- Rückzahlungsfähigkeit sauber aufzeigen: Kombiniere dein Angestelltengehalt mit deinen Einnahmen aus der Selbstständigkeit – so überzeugst du auch ohne große Gewinne.
5. Alternativen zum klassischen Kredit
Nicht jeder muss gleich ein Darlehen aufnehmen. Gerade im Nebengewerbe helfen oft auch kleine Maßnahmen:
Leasing statt Kauf
- Ideal für Technik, Fahrzeuge oder Büroausstattung
- Geringe monatliche Belastung
- Kein großer Kapitalbedarf am Anfang
Crowdfunding oder Vorverkauf
- Für Produkte oder kreative Angebote
- Plattformen wie Startnext oder Kickstarter
- Kunden finanzieren dein Projekt vorab
Private Unterstützung
- Familie oder Freunde als Übergangsfinanzierer
- Wichtig: Immer schriftlich regeln
- Oft zinslos, aber mit Verantwortung verbunden
6. Fazit: Auch im Nebengewerbe ist Finanzierung möglich – wenn du’s richtig angehst
Als nebenberuflich Selbstständiger hast du oft mehr Sicherheit als jemand, der alles auf eine Karte setzt. Und genau das kannst du zu deinem Vorteil nutzen.
Ob klassischer Ratenkredit, Mikrokredit, KfW-Förderung oder Leasing – die Auswahl ist da. Du brauchst nur einen realistischen Plan, ein bisschen Ordnung in deinen Zahlen und ein klares Ziel, wofür du das Geld einsetzen willst.
Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem nächsten Schritt – und wenn du Erfahrungen oder Fragen hast, melde dich gern.