Nebenerwerblich selbstständig – Welche Kredite kommen infrage?

Hallo zusammen, Alex hier. Viele starten ihre Selbstständigkeit erst einmal neben dem Hauptjob – aus Sicherheitsgründen oder um eine Geschäftsidee langsam wachsen zu lassen. Ich habe damals auch so angefangen: Abends und am Wochenende Aufträge erledigt, tagsüber im Bürojob.

Doch was tun, wenn man Kapital braucht, um das Nebengewerbe weiter auszubauen? Maschinen anschaffen, eine Website erstellen lassen oder einfach nur das erste größere Projekt vorfinanzieren? In diesem Artikel erfährst du, welche Kredite du als nebenberuflich Selbstständiger bekommen kannst, worauf du achten musst und welche Alternativen es gibt.


1. Was bedeutet „nebenerwerblich selbstständig“ überhaupt?

Nebenerwerblich selbstständig bedeutet: Du betreibst dein eigenes Business, hast aber noch eine Hauptbeschäftigung – meist in Festanstellung.

Typische Merkmale:

  • Du arbeitest weniger als 20 Stunden pro Woche im Nebengewerbe
  • Dein Haupteinkommen stammt aus deinem Angestelltenverhältnis
  • Du zahlst Einkommenssteuer auf beide Einkünfte

Gerade für Banken ist diese Kombination gar nicht schlecht: Sie sehen ein festes Einkommen plus zusätzliche Einnahmen. Trotzdem gibt es auch hier Besonderheiten bei der Kreditvergabe.


2. Welche Herausforderungen gibt es bei Krediten im Nebengewerbe?

So praktisch die Kombination aus Job und Selbstständigkeit auch ist – bei Krediten kann das zum Stolperstein werden.

Häufige Probleme:

  • Banken sehen das Nebengewerbe nicht als „vollwertiges“ Unternehmen
  • Die Einnahmen aus der Selbstständigkeit sind oft zu gering oder schwankend
  • Keine klare Trennung zwischen Privat- und Geschäftsausgaben
  • Fehlende Unterlagen wie Gewinnermittlung oder Buchführung

Oft hängt die Kreditvergabe davon ab, wie strukturiert du dein Nebengewerbe betreibst.


3. Welche Kredite eignen sich für nebenberuflich Selbstständige?

a) Ratenkredit als Privatperson

In vielen Fällen ist es einfacher, einen ganz normalen Ratenkredit zu beantragen – auf Basis deines Angestelltengehalts.

Vorteile:

  • Keine Geschäftszahlen notwendig
  • Feste Rückzahlungsraten
  • Gute Konditionen bei sicherem Arbeitsverhältnis

Voraussetzung ist allerdings, dass deine Bonität in Ordnung ist und dein Einkommen aus der Festanstellung ausreichend hoch ist.

b) Mikrokredite für Selbstständige

Wenn du den Kredit gezielt für dein Nebengewerbe einsetzen möchtest, kann ein Mikrokredit sinnvoll sein.

Merkmale:

  • Kreditbeträge von 1.000 bis 25.000 Euro
  • Für Investitionen, Betriebsmittel oder Marketing
  • Weniger strenge Anforderungen als klassische Bankkredite

Anbieter:

  • Deutsches Mikrokreditinstitut
  • Iwoca
  • FinTechs wie auxmoney

Hier solltest du ein klares Konzept vorlegen können, wie du das Geld einsetzt und zurückzahlst.

c) KfW-Gründerkredite

Auch für Nebenerwerbsgründungen gibt es Fördermöglichkeiten – zum Beispiel über die KfW.

Das Programm ERP-Gründerkredit – StartGeld ist auch für nebenberuflich Selbstständige möglich, wenn du später planst, in den Vollerwerb zu wechseln.

Wichtig:

  • Du brauchst einen Businessplan
  • Antragstellung erfolgt über deine Hausbank
  • Du musst glaubhaft darstellen, wie du das Geschäft entwickelst

Gerade wenn du mittelfristig die hauptberufliche Selbstständigkeit anstrebst, kann das der ideale Einstieg sein.


4. Was solltest du bei der Kreditbeantragung beachten?

a) Trennung von Privat und Geschäft
Auch im Nebenerwerb solltest du ein separates Geschäftskonto führen und Einnahmen sowie Ausgaben sauber dokumentieren.

b) Dokumentation vorbereiten
Bereite Unterlagen vor wie:

  • Einnahmenüberschussrechnung (EÜR)
  • Übersicht der bisherigen Geschäftsentwicklung
  • Kontoauszüge, falls keine Buchhaltung vorhanden ist
  • Gehaltsnachweise deiner Festanstellung

c) Verwendungszweck klar angeben
Ob Website, Arbeitsmittel oder Lagerkosten – je konkreter du beschreibst, wofür du das Geld brauchst, desto größer die Chance auf Zusage.


5. Alternativen zum Kredit im Nebengewerbe

Nicht immer muss es ein Kredit sein. Es gibt auch andere Wege, dein Nebengewerbe zu finanzieren.

Leasing statt Kauf

Wenn du Technik, Ausstattung oder Fahrzeuge brauchst, kann Leasing eine günstige Alternative sein.

  • Keine hohe Anfangsinvestition
  • Feste monatliche Raten
  • Oft steuerlich absetzbar

Crowdfunding oder Vorverkauf

Wenn du ein Produkt oder ein kreatives Projekt planst, kannst du über Crowdfunding-Plattformen Kapital einsammeln.

  • Kapital ohne klassischen Kredit
  • Gute Möglichkeit, dein Angebot zu testen
  • Plattformen wie Startnext oder Kickstarter eignen sich gut dafür

Private Investoren oder Familie

Falls du im kleinen Rahmen starten willst, kann auch ein Darlehen aus dem privaten Umfeld sinnvoll sein – natürlich mit klarer Rückzahlungsvereinbarung.


6. Fazit: Auch im Nebengewerbe sind Kredite möglich – mit guter Vorbereitung

Ein Nebengewerbe ist kein Ausschlusskriterium für einen Kredit – ganz im Gegenteil: Die Kombination aus festem Job und selbstständigem Einkommen kann sogar ein Vorteil sein.

Wichtig ist:

  • Zeige, dass du dein Business ernst nimmst
  • Bereite deine Unterlagen professionell auf
  • Wähle den passenden Kredit – ob klassisch, gefördert oder alternativ

Gerade am Anfang solltest du keine riesigen Summen anstreben, sondern lieber klein starten und Schritt für Schritt wachsen.

Hast du dein Nebengewerbe schon einmal finanziert oder planst gerade den nächsten Schritt? Ich freue mich auf den Austausch.

Bis bald Alex

 

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