Hallo zusammen, Alex hier. Heute mal ein Thema, das viele von uns betrifft – vielleicht auch dich. Du bist selbstständig, dein Geschäft läuft solide an oder wächst langsam, aber du hast keinen klassischen Businessplan erstellt. Und jetzt möchtest du investieren oder brauchst einen Kredit.
Die große Frage: Muss ich zwingend einen Businessplan vorlegen, um eine Finanzierung zu bekommen? Oder geht das auch ohne? Ich habe genau das ausprobiert – mit gemischten Erfahrungen. Hier teile ich, was wirklich zählt, worauf Banken achten und wie du auch ohne formalen Businessplan Chancen auf einen Kredit hast.
1. Wofür wollen Banken einen Businessplan sehen?
Ein Businessplan ist im Grunde nichts anderes als ein schriftlicher Nachweis dafür, dass du dein Geschäft durchdacht hast – mit Zahlen, Strategie, Zielgruppe und Einnahmenmodell.
Banken oder Förderinstitute erwarten ihn vor allem bei:
- Gründungen, die weniger als 3 Jahre alt sind
- KfW-Kredit-Anträgen
- Finanzierungen über 25.000 Euro
- Fällen mit unsicherer Bonität oder fehlenden Sicherheiten
Ein Businessplan hilft den Entscheidern, dein Vorhaben besser einzuordnen. Aber: Nicht jeder Kreditgeber verlangt ihn, und nicht jeder Plan muss 30 Seiten lang sein.
2. Wann ist ein Kredit auch ohne Businessplan möglich?
Wenn du bereits einige Zeit selbstständig bist, regelmäßig Einnahmen erzielst und deine Bonität passt, ist ein Kredit auch ohne schriftlichen Businessplan machbar.
Gute Voraussetzungen:
- Du bist seit mindestens 12 Monaten am Markt
- Du kannst deine Einnahmen belegen (z.?B. durch EÜR, BWA oder Steuerbescheide)
- Du nutzt den Kredit für nachvollziehbare, konkrete Investitionen (z.?B. Laptop, Fahrzeug, Büroeinrichtung)
- Du hast kein negatives Schufa-Scoring
Gerade bei Online-Plattformen wie auxmoney oder bei Mikrokredit-Anbietern reicht oft eine einfache Beschreibung deines Vorhabens.
3. Welche Finanzierungsarten setzen keinen Businessplan voraus?
a) Mikrokredite
Wenn du nur 1.000 bis 25.000 Euro brauchst, ist ein Mikrokredit oft der einfachste Weg.
Anbieter wie das Deutsche Mikrokreditinstitut oder iwoca verlangen meist keinen ausführlichen Businessplan – eine nachvollziehbare Beschreibung deines Vorhabens reicht.
Was du stattdessen brauchst:
- Einnahmenübersicht oder Kontoauszüge
- Eine sinnvolle Begründung, wofür du das Geld nutzt
- Übersicht über laufende Verpflichtungen
b) Ratenkredit über das Privatvermögen
Wenn du neben der Selbstständigkeit noch Einkünfte aus einem Job hast (oder dein Partner), kannst du einen klassischen Ratenkredit als Privatperson aufnehmen.
Vorteile:
- Kein Businessplan nötig
- Geprüft wird vor allem deine persönliche Bonität
- Geld kann flexibel verwendet werden
Hier zählt vor allem, ob du den Kredit aus deinem Gesamtbudget zuverlässig zurückzahlen kannst.
c) Kreditplattformen wie auxmoney, Smava, Lendico
Hier finanzieren private Anleger dein Projekt – oft auch ohne Businessplan, aber mit Fokus auf deinen Werdegang, deine Selbstdarstellung und vorhandene Einnahmen.
Je glaubwürdiger du dein Geschäft erklärst, desto eher investieren Menschen in dich. Ein ausführlicher Businessplan ist nicht Pflicht, aber eine gute Beschreibung deiner Tätigkeit ist wichtig.
d) Kontokorrentkredit (Betriebsmittelkredit)
Wenn du bereits ein Geschäftskonto bei deiner Bank hast, kannst du oft eine kleine Kreditlinie (ähnlich wie ein Dispo) beantragen – ohne formellen Businessplan.
Voraussetzung:
- Regelmäßige Geldeingänge auf dem Konto
- Nachweis der bisherigen Geschäftstätigkeit
- Keine negativen Schufa-Einträge
4. Was du stattdessen vorlegen solltest
Auch ohne Businessplan solltest du vorbereitet sein – nur eben mit etwas anderen Unterlagen.
Was hilft:
- Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) der letzten 12 Monate
- Kontoauszüge deiner geschäftlichen Einnahmen und Ausgaben
- Kurze Beschreibung deines Geschäftsmodells (z.?B. 1 DIN-A4-Seite)
- Aktuelle Schuldenübersicht oder Haushaltsrechnung (bei Privatkredit)
Wenn du zeigen kannst, dass du dein Business im Griff hast, ersetzt das oft den formalen Businessplan.
5. Wann du doch besser einen Businessplan schreiben solltest
Auch wenn du glaubst, du brauchst keinen – in manchen Fällen ist ein Businessplan sinnvoll oder sogar notwendig:
- Du möchtest einen KfW-Kredit beantragen
- Du brauchst eine öffentliche Förderung oder Bürgschaft
- Du bist noch ganz am Anfang deiner Selbstständigkeit
- Du hast keine regelmäßigen Einnahmen oder schlechte Bonität
- Du möchtest mit Investoren zusammenarbeiten
In solchen Fällen lohnt sich der Aufwand – und keine Sorge, ein Businessplan muss nicht perfekt sein. Es geht vor allem darum, dass du dir selbst im Klaren bist, wie dein Unternehmen funktioniert und wohin es gehen soll.
6. Fazit: Auch ohne Businessplan kommst du an Geld – wenn du gut vorbereitet bist
Ein klassischer Businessplan ist nicht immer notwendig, um eine Finanzierung zu bekommen. Viele Mikrokredite, Online-Plattformen und Ratenkredite setzen vor allem auf deine bisherigen Einnahmen und eine nachvollziehbare Planung.
Du solltest trotzdem wissen, was du tust – und das gut erklären können. Ein sauberes Zahlenbild, klare Ziele und ein realistisches Rückzahlungsmodell ersetzen oft den formalen Plan.
Wenn du dann doch einen brauchst: Lieber pragmatisch und ehrlich als perfekt und abstrakt.
Hast du schon einmal einen Kredit ohne Businessplan beantragt? Ich freue mich auf den Austausch.