Hallo zusammen, Alex hier. Wenn du frisch gegründet hast, kennst du das vielleicht: Die Idee steht, die ersten Kunden sind da oder in Aussicht – aber dir fehlt das Startkapital für die nächste große Anschaffung.
Ein Laptop, ein Firmenfahrzeug, ein Online-Shop, Werbeanzeigen oder einfach ein paar Monate zum Überbrücken, bis die Einnahmen regelmäßig fließen. Der Haken: Du bist offiziell erst ein paar Wochen oder Monate selbstständig. Und bei der Bank hagelt’s dann meist nur eines: Ablehnung.
„Leider vergeben wir keine Kredite an Unternehmen mit weniger als zwölf Monaten Geschäftstätigkeit.“ Zack, Tür zu.
Aber keine Sorge – es gibt Wege. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du auch in der Anfangszeit eine Finanzierung bekommst, welche Kreditarten für Gründerinnen und Gründer infrage kommen und was du dafür vorbereiten solltest.
1. Warum ist es in den ersten Monaten besonders schwierig?
Ganz einfach: Banken lieben Zahlen. Vorzugsweise aus Bilanzen oder Steuerbescheiden. Und die kannst du als frisch Selbstständiger eben noch nicht liefern.
Die klassischen Probleme:
- Keine Geschäftszahlen, nur Schätzungen
- Noch keine (nennenswerten) Umsätze
- Kein Eigenkapital oder Sicherheiten
- Eventuell noch in der Testphase ohne feste Kunden
Und genau deshalb brauchst du Alternativen zu klassischen Unternehmerkrediten.
2. Welche Kreditarten eignen sich für frisch Selbstständige?
a) KfW-Gründerkredit – StartGeld
Das bekannteste Förderprogramm für Gründerinnen und Gründer.
- Bis zu 125.000 Euro
- Günstige Zinsen
- Laufzeit bis 10 Jahre
- Keine Sicherheiten nötig
- Auch für nebenberufliche Gründungen
Voraussetzung:
- Du bist noch keine 5 Jahre selbstständig
- Du hast einen soliden Businessplan
- Du stellst den Antrag über deine Hausbank
Tipp: Such dir eine Bank, die Erfahrung mit KfW-Anträgen hat – nicht jede Filiale kennt sich damit gut aus.
b) Mikrokredit (bis 25.000 Euro)
Für kleinere Investitionen oder Anlaufkosten ist ein Mikrokredit perfekt.
- Fokus liegt auf Motivation und Idee, nicht nur auf Zahlen
- Auch ohne Sicherheiten möglich
- Schneller und einfacher als klassische Kredite
Geeignet für:
- Soloselbstständige
- Gründer im Dienstleistungsbereich
- Kleine Online-Projekte
Anbieter:
- Deutsches Mikrokreditinstitut
- Iwoca
- FinCompare
- Auxmoney
c) Privatkredit mit freiem Verwendungszweck
Wenn du z.?B. vorher angestellt warst und noch ein gutes Gehalt belegen kannst, lohnt sich auch ein klassischer Ratenkredit – über dein Privatkonto.
Vorteile:
- Keine Geschäftszahlen nötig
- Meist schnelle Zusage
- Frei verwendbar
Wichtig: Du solltest realistisch planen, wie du die Raten als Selbstständiger stemmen willst – sonst wird aus der Anschubhilfe schnell ein Problem.
d) Kredit über private Investoren (P2P-Plattformen)
Plattformen wie auxmoney oder Funding Circle ermöglichen Kredite auch ohne lange Geschäftshistorie.
- Du präsentierst deine Idee, deinen Lebenslauf und deine Motivation
- Die Entscheidung treffen Menschen, nicht nur Algorithmen
- Zinsen oft höher – aber bei kleineren Beträgen vertretbar
Besonders geeignet, wenn du mit deiner Persönlichkeit und Idee überzeugen kannst.
3. Was du vorbereiten solltest
Auch wenn du erst seit Kurzem selbstständig bist: Eine gute Vorbereitung macht einen riesigen Unterschied.
Checkliste:
- Businessplan: Keine Romane, aber klar verständlich: Wer bist du? Was machst du? Wer zahlt dir wofür Geld?
- Kapitalbedarfsplan: Was kostet dein Vorhaben genau – und warum?
- Umsatzvorschau: Schätze realistisch, was du in den nächsten 12 Monaten verdienen könntest
- Privathaushaltsrechnung: Was brauchst du monatlich zum Leben? Wie hoch ist dein Puffer?
- Bonitätsauskunft (z.?B. Schufa): Auch als Selbstständiger ist deine private Bonität relevant
Je klarer du zeigen kannst, dass du durchdacht und solide planst, desto größer die Chancen – ganz ohne große Umsatzhistorie.
4. Alternativen zum Kredit in der Anfangszeit
Leasing statt Kredit
Wenn du Geräte, Technik oder ein Fahrzeug brauchst, kannst du auch leasen.
- Keine hohe Einmalzahlung
- Feste Raten
- Oft schneller möglich als ein Kredit
Förderprogramme & Zuschüsse
In vielen Bundesländern gibt es Förderprogramme für Gründer:
- Gründungszuschuss (z.?B. über die Agentur für Arbeit)
- Beratungsförderung
- Investitionszuschüsse
Infos bekommst du bei der IHK, Handwerkskammer oder dem lokalen Gründerzentrum.
Crowdfunding
Wenn du ein kreatives oder innovatives Projekt planst, kannst du über Plattformen wie Startnext Kapital sammeln – ganz ohne Rückzahlungspflicht.
5. Fehler, die du vermeiden solltest
Fehler 1: Du willst zu viel auf einmal
Kleiner anfangen ist besser, als dich gleich zu übernehmen. Du kannst später immer noch nachfinanzieren.
Fehler 2: Du beantragst Kredit ohne Plan
Einfach mal „10.000 Euro“ beantragen ohne genaue Angabe wofür? Keine gute Idee. Geldgeber wollen wissen, wohin das Geld fließt.
Fehler 3: Du wartest zu lange
Viele denken: Erst wenn ich Umsatz habe, beantrage ich einen Kredit. Besser ist: frühzeitig planen und in das investieren, was Umsatz bringt.
6. Fazit: Auch als frisch Selbstständiger kannst du finanziert werden – wenn du clever vorgehst
Am Anfang einer Selbstständigkeit sind deine Ideen und deine Motivation wichtiger als perfekte Zahlen.
Mit einem klaren Konzept, realistischen Zielen und den richtigen Partnern an deiner Seite kannst du dir auch ohne lange Geschäftserfahrung die nötige Finanzierung holen – ob über Förderkredite, Mikrokredite, private Plattformen oder clevere Alternativen.
Du musst nicht alles allein stemmen. Aber du musst den ersten Schritt machen.
Wie hast du deine Gründung finanziert – oder stehst du gerade davor? Ich freue mich, von dir zu hören.